Momentan kommt es zu massenhaften Festnahmen bei den Protesten, die nach dem Mord an George Floyd entbrannt sind. Die Polizei wollte BusfahrerInnen einspannen, um verhaftete Demonstrierende in Gefängnisse zu fahren. Doch die ArbeiterInnen verweigern sich der Polizei und solidarisieren sich mit den Protesten.

Am Freitag forderte die New Yorker Polizei Unterstützung der BusfahrerInnen an. Sie sollten sowohl Polizeikräfte zu den Protesten fahren als auch Verhaftete in die umliegenden Gefängnisse transportieren. Doch in Gewerkschaften organisierte ArbeiterInnen zeigten Klassensolidarität und verweigerten der Polizei ihre Arbeit.

Die „TWU Local 100“, eine Gewerkschaft für VerkehrsarbeiterInnen, bekräftigt die Entscheidung der ArbeiterInnen: „TWU Local 100 BusfahrerInnen arbeiten nicht für die NYPD [New York Police Department]. Wir transportieren die arbeitenden Familien von New York, alle TWU ArbeiterInnen sollten sich weigern, verhaftete DemonstrantInnen zu fahren.“. FahrerInnen, die vor Ort im Dienst sind, unterstützen derweil die Proteste:

Auch in Washington wollte die Polizei ArbeiterInnen im öffentlichen Personenverkehr einspannen. Busfahrer Adam Burch berichtet auf facebook: „Die MPD [Metropolitan Police Department, Stadtpolizei in Washington] wollte Massenfestnahmen beim Protest im dritten Bezirk machen und erwartete, Metro Busse zu benutzen, um DemonstrantInnen zum Knast zu fahren. Polizeibehörden haben diese Taktik schon seit Jahren benutzt. Als ein Verkehrsarbeiter und Gewerkschaftsmitglied weigere ich mich, meine Klasse und die radikale Jugend ins Gefängnis zu fahren. […] Die Polizei hat George Floyd ermordet und der Protest dagegen ist vollkommen gerechtfertigt, er sollte weitergehen bis die Forderungen erfüllt sind.“.

Gewerkschaft steht hinter den FahrerInnen

Die ATU (Amalgamated Transit Union) ist der Dachverband aller Gewerkschaften für den öffentlichen Personenverkehr. Sie veröffentlicht als Solidaritätsadresse für die FahrerInnen ein Statement mit dem Titel: „George Floyds Worte zeigen den Hass und Rassismus auf, den wir noch zu überwinden haben“.

Die Gewerkschaft stärkt die FahrerInnen bei ihren Entscheidungen, weder die Polizei zu den Protesten noch Gefangene zu Gefängnissen zu transportieren. John Costa, Präsident der ATU, verweist auf das Recht aller FahrerInnen, gefährliche Transporte zu verweigern. Die Busse so einzusetzen, wie die Polizei es fordert, sei ein Missbrauch des öffentlichen Transportsystems.

„Wenn irgendetwas Gutes aus all dem entstehen soll, dann müssen wir in der ArbeiterInnenbewegung und der Nation uns zusammenschließen, um den systematischen Kreislauf von Ungerechtigkeit, Rassismus und Hass zu stoppen, der unser Land plagt.“, beendet John Costa sein Statement.


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