Im Anschluss an eine Drogenkontrolle durch die Polizei kam es in der vergangenen Nacht zu Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt. Fastfood- und Bankfilialen sowie mehrere Polizeiwagen wurden entglast, zahlreiche Geschäfte in der Shopping-Meile geplündert. Die Lokalpolitik solidarisiert sich mit den verletzten Polizeikräften.

Eine Drogenkontrolle am Eckensee durch die Polizei war gestern der Auslöser für stundenlange Straßenschlachten in der Stuttgarter Innenstadt. Mit Pfosten, Flaschen und Pflastersteinen haben kleinere Gruppen Jugendlicher die Polizeikräfte vor Ort angegriffen sowie Geschäfte in Stuttgarts Einkaufsmeile geplündert.

Im Laufe der Nacht hat es 24 Festnahmen gegeben.

Präventive Mittel gegen rechtsfreie Räume

Die Landtagsfraktion der SPD beantragte eine Sondersitzung des Innenausschusses. Sascha Binder (Landtagsabgeordneter für die SPD) kommentierte auf twitter: „Es bedarf einer schnellen & vollständigen Aufklärung dieser furchtbaren Nacht in #Stuttgart. Und es bedarf Schritte, um eine Wiederholung auch mit präventiven Mitteln zu verhindern.“.

Er bekräftigte damit die Haltung des Oberbürgermeisters Fritz Kuhn (Grüne). Dieser schrieb auf Facebook von einem „traurigen Sonntag für Stuttgart“. Es dürfe keine rechtsfreien Räume geben. Die CDU lobte indes die Stuttgarter Polizeiarbeit im Allgemeinen: „Die Stuttgarter Polizei hat sich stets durch Umsicht und Deeskalation ausgezeichnet. Sie hat unsere volle Unterstützung und unser Vertrauen.“

„Die Wut der Jugendlichen ist gerechtfertigt“

Das linke Stuttgarter Info-Portal red.act kommentierte die Arbeit der Stuttgarter Polizei ebenfalls: „Diese Nacht war die logische Konsequenz aus den Erfahrungen, die vor allem migrantische und ärmere Jugendliche Tag für Tag mit einer bundesweit für ihre ‚Härte‘ bekannten Stuttgarter Polizei machen.“

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