Die Weltbank muss ihre Prognose zur Entwicklung der Weltwirtschaft erneut drastisch nach unten korrigieren. Mittlerweile geht sie von einem Rückgang der Weltwirtschaft um 5,2 Prozent aus. Gleichzeitig warnte sie, dass es noch schlimmer kommen könnte.

Anfang des Jahres ging die Weltbank noch von einem Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2020 um rund 2,5 Prozent aus. Nun musste sie ihre Erwartungen um 7,7 Prozentpunkte nach unten korrigieren, und auch diese Prognose könnte sich noch als zu positiv herausstellen. Doch eine klare Prognose zur weiteren Entwicklung der Weltwirtschaftskrise und den wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus scheinen für die ExpertInnen von IWF und Weltbank zur Zeit nicht möglich zu sein.

Der erwartete globale Rückgang der Wirtschaftsleistung um 5,2 Prozent setzt sich aus einem von der Weltbank erwarteten Einbruch der Wirtschaftsleistung der führenden Industrieländer um 7 Prozent und der sogenannten „Schwellen- und Entwicklungsländer“ um 2,5 Prozent zusammen. Für die Eurozone erwartet die Weltbank nun einen Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 um 9,1 Prozent.

Handel und Exporte leiden unter der Krise

Dass auch die deutsche Wirtschaft in dieser Situation nicht glimpflich davon kommen wird, zeigen die aktuellen Entwicklungen der deutschen Exporte. Im April sanken sie im Vergleich mit dem Vorjahresmonat um 31,1 Prozent – der größte jemals in Deutschland gemessene Rückgang des Außenhandels.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet mit einem Rückgang der Exporte im Gesamtjahr um mindestens 15 Prozent. Nach Einschätzung der Welthandelsorganisation (WTO) könnte der Welthandel in diesem Jahr um 13 bis 32 Prozent zurückgehen.

Entwicklung der Pandemie könnte Lage weiter verschlimmern

Sollte es aufgrund des Corona-Virus‘ erneut zu einem massiven Stillstand in der Wirtschaft und damit zusammenhängend zu einer Unterbrechung der weltweiten Lieferketten wie im April 2020 kommen, dann droht nochmals eine massiv verschärfte Situation. Bereits jetzt geht die Weltbank davon aus, dass die Krise mehr als 60 Millionen Menschen in den „Entwicklungsländern“ zusätzlich in bittere Armut stürzen wird.

Für diesen Fall geht die Weltbank von einem Rückgang der Weltwirtschaftsleistung um mindestens acht Prozent aus. Im kommenden Jahr könnte dann auch nur ein minimales Wachstum von vielleicht einem Prozent erwartet werden.


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