Seit vergangenem Sonntag sind hunderte PolizistInnen, darunter Sondereinsatzkräfte und mehrere Polizeihubschrauber, im Einsatz, um einen bewaffneten Mann im Wald um die badische Stadt Oppenau aufzuspüren. Der Mann hatte vier Polizisten mit einer Waffe bedroht und entwaffnet, bevor er sich in den Wald flüchtete.

Wie die Polizei mittlerweile bekanntgab, handelt es sich bei dem flüchtigen Mann um den 31jährigen Yves Etienne Rausch. Er sei mit Tarnkleidung bekleidet und wird in den Wäldern rund um die Stadt Oppenau vermutet. Er ist mit mindestens fünf Schusswaffen bewaffnet.

Der als „seltsame Person“, „Waffennarr“ und „Waldläufer“ bekannte Mann hat bereits zahlreiche Vorstrafen. Im Jahr 2009 soll er versucht haben, mit einer Armbrust seine Ex-Freundin zu erschießen. Er verlor im vergangenen Jahr seine Wohnung und lebt seitdem in einer Waldhütte als Selbstversorger.

Kurz vor der Entwaffnung der Polizisten soll der Mann laut Stuttgarter Zeitungen an einer Kneipe und in mehreren Internetforen einen Text deponiert haben. Der Text soll mit dem Satz „Der Ruf der Wildnis“ überschrieben sein.

Gibt es ein politisches Motiv?

Nach wie vor ist die Informationslage um den Mann und seinen Hintergrund sehr unübersichtlich. Verschiedene Angaben der Polizeipressesprecher und Informationen großer Zeitungen widersprechen sich bzw. werden nicht bestätigt. Laut Focus Online soll der Mann sich in der Fremdenlegion in Frankreich ausgebildet haben lassen, die Polizei spricht bisher lediglich von einem „Waffennarr“.

Gleichzeitig sprechen die Stuttgarter Nachrichten von einem möglichen politischen Hintergrund des Mannes. So soll der Mann vom Staatsschutz dem „rechtsextremen Umfeld“ zugeordnet werden. Nach Informationen der Zeitung soll dieser im September 2004 wegen Volksverhetzung und der Verwendung von verfassungsfeindlichen Symbolen zu einer hohen Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden sein.

Die Polizei bestätigte bei einer Pressekonferenz am Dienstag lediglich, dass es einen Hinweis auf eine antisemitische Schmiererei aus dieser Zeit gäbe. Einen Hinweis auf einen politischen Hintergrund des Verdächtigen sieht sie dadurch aber nicht.


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