Seit zwei Monaten protestieren die Menschen in verschiedenen Teilen der USA gegen Polizeigewalt und Rassismus. In Portland sind die Proteste besonders hartnäckig. Hier kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und DemonstrantInnen. Nicht gekennzeichnete BundespolizistInnen nehmen hier Menschen ohne Gründe fest. In Austin wurde derweil ein BlackLivesMatter-Demonstrant erschossen. In Louisville versammelten sich mehrere hundert bewaffnete schwarze Milizen.

Es sind Bilder, wie man sie im deutschen Fernsehen zuletzt aus Hongkong gesehen hat: Hunderte Menschen mit Helmen, Schutzmasken, selbstgebastelten Schildern stellen sich einer Polizei entgegen, die mit Tränengas, Gummigeschossen und Knüppeln vorgeht – das Kriegsgewehr dabei im Anschlag. Das Ganze findet jedoch nicht in Hongkong, sondern in Portland, Oregon statt.

Im Hintergrund hört man eine Trompete, die vereinzelte Fanfaren spielt. Menschen haben Laubbläser mitgebracht, um das Tränengas weg zu pusten. Viele rufen „Go Home Feds“ und „Why are you here?“. Viele der PolizistInnen kommen nicht aus dem Bundesstaat, sondern wurden auf Geheiß des rechten US-Präsidenten Donald Trump geschickt. Seit Tagen fahren sie mit Autos ohne Nummernschilder durch die Stadt und nehmen Demonstrierende fest. Die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses spricht von „Entführung“.

BLM-Proteste in Portland gehen weiter – anonyme US-Beamte entführen DemonstrantInnen 

Im texanischen Austin wurde der BLM-Demonstrant Garrett Foster erschossen. Er trug dabei eine AK-47, mit der er die Demonstration begleitete. Die texanischen liberalen Waffengesetze erlauben dies. „Sie lassen uns nicht mehr auf der Straße marschieren, also muss ich einige unserer Rechte ausüben“, sagte Foster zuvor gegenüber dem Journalisten Hiram Gilberto Garcia. „Wenn ich es gegen die Polizei benutze, bin ich tot“, wusste er.

Später in dieser Nacht wurde Foster erschossen, aber nicht von der Polizei. Die Behörden sagten, er sei von einem Autofahrer getötet worden, der mit DemonstrantInnen in Konfrontation geriet.

Auch in Seattle kommt es zu Protesten, bei denen die Polizei brutal vorgeht. Ein Video zeigt, wie eine Krankenschwester mit Pfefferspray eingesprüht wird.

Auf anderen Videos ist zu sehen, wie die Menschen sich – organisiert und mit Schilden geschützt – fortbewegen.

In Lousville, Kentucky, kam es zeitgleich zu einer Demonstration von mehreren hundert bewaffneten schwarzen Milizen. Die Organisation nennt sich „not fucking around coalition“.

Ihr gegenüber standen mehrere weiße, rechte Milizen. Zu einer Konfrontation kam es jedoch vorerst nicht.


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