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Montag, Mai 20, 2024
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    Coca-Cola plant weiteren Brunnen in Lüneburg – Bürgerinitiative „Unser Wasser“ protestiert

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    Mehrere trockene Sommer in Folge stellen die Grundwasserversorgung in ersten Regionen in Frage. ExpertInnen streiten darüber, wie ernst und bedrohlich die Lage bezüglich des Trinkwassers in Deutschland ist.

    Wer in Deutschland lebt, konnte es bisher meist als Selbstverständlichkeit betrachten: Aus dem Wasserhahn im Bad und in der Küche kommt sauberes Trinkwasser. Wir waschen uns sogar mit Trinkwasser.

    Ein enormer Unterschied zu der Lebensrealität vieler Menschen auf der Welt, die ihr Wasser abkochen müssen oder sogar komplett auf gereinigtes Wasser angewiesen sind, das ihnen von großen internationalen Konzernen verkauft wird.

    Jedoch häufen sich auch in Deutschland Stimmen, die diese Situation nicht mehr für gottgegeben und unveränderlich halten.

    So berichten die Tagesthemen über die Bürgerinitiative „Unser Wasser“,  die sich in Lüneburg gegründet hat. Dort will der Konzern Coca-Cola einen zusätzlichen dritten Brunnen zur Förderung von Wasser aus 200 Metern Tiefe bauen. Die AnwohnerInnen fürchten, dass ihre eigene Trinkwasserversorgung und die der umliegenden LandwirtInnen beeinträchtigt werden könnte.

    Auch beim von Tesla-Chef Elon Musk trotz Bedenken und offener rechtlicher Verfahren vorangetriebenen Bau einer Tesla-Fabrik im brandenburgischen Grünheide ist die Sorge um das – ohnehin weitflächig schon stark zurückgegangene – Brandenburger Grundwasser einer der Hauptgründe für Proteste gewesen.

    Grünheide bleibt (nicht) – Tesla schafft Tatsachen

    Wie es auch in den vergangenen Jahren immer wieder der Fall war, gerät die Wasserversorgung momentan in verschiedenen Kommunen an ihre Grenzen. So musste beispielsweise im niedersächsischen Lauenau die Feuerwehr behelfsmäßig die Wasserversorgung der EinwohnerInnen sicherstellen, wie das ZDFheute journal berichtete.

    Zur Frage, ob sich die Menschen in Deutschland tatsächlich Sorgen machen müssen, widersprechen sich ExpertInnen öffentlich. Prof. Dr. Ulrich Roth von der Frankfurter University of Applied Sciences erklärte, die Wasserversorgung sei gesichert und riet dazu, sich bei besonders heißen Sommern wie den letzten dreien über das schöne Wetter zu freuen.

    Meteorologe und Buchautor Sven Plöger zeichnet dagegen im Interview mit dem Bayrischen Rundfunk ein deutlich kritischeres Bild und betont, dass untere Bodenschichten mitunter vollkommen vertrocknet seien, wobei es mehrere Jahre dauere, bis stärkerer Niederschlag diese überhaupt wieder befeuchten könnte.

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