Mindestens drei Ureinwohner des peruanischen Amazonas sind durch die Polizei getötet worden, als es zu Protesten gegen die Umweltverschmutzung eines kanadischen Öl- und Gaskonzerns und das Missmanagement der Pandemie kam.

Laut peruanischen Behörden wurden neben den drei Toten vier weitere Personen schwer verletzt und haben „eine negative Prognose“. Die Konfrontation fand am Samstag gegen Mitternacht statt, als rund 70 Dorfbewohner versuchten, das Lager der kanadischen Firma „PetroTal“ in der Region Loreto im Nordosten Perus zu besetzen.

Die Ureinwohner forderten das Öl- und Gasunternehmen auf, seine Arbeit einzustellen, und erklärten, dass das Gebiet infolge mehrerer Erdrutsche schon in der Vergangenheit kontaminiert wurde.

Laut peruanischen indigenen Organisationen waren die Polizeibeamten diejenigen, die die Konfrontation „begannen“: „Die Polizei hat angefangen zu schießen, und wegen der Dunkelheit haben sie sich sogar gegenseitig angeschossen“, heißt es in einer Erklärung der „Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana“ (Aidesep).

Aidesep begründete, dass das Ziel des Protests darin bestanden habe, die Ablehnung  gegenüber „der Ölgesellschaft und dem Staat angesichts des Todes ihrer Verwandten aufgrund mangelnder Behandlung und fehlender Medikamente gegen Covid-19“ auszudrücken.

Die Coronavirus-Pandemie ist im Amazonasgebiet besonders schwerwiegend, hier leben Dutzende indigene Gruppen in Armut. Die Behörden schätzen, dass allein sieben von zehn EinwohnerInnen von Iquitos, der Hauptstadt des peruanischen Amazonas, mit dem Coronavirus infiziert waren oder sind.


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