Am 19. Februar ermordete ein rechter Attentäter in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen: Ferhat Ünvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Welkow, Fatih Saraçoğlu, Said Nessar El Hashemi und Vili Viorel Păun. Sechs Monate nach dem rechten Terror sind gestern in 40 Städten Menschen auf die Straße gegangen, um der Ermordeten zu gedenken. In Hamburg verhinderte die Polizei eine Demonstration, da zu viele Menschen gekommen waren.

In ganz Deutschland sind gestern Menschen auf die Straße gegangen, um der neun Menschen zu gedenken, die Opfer des rechten Terrors von Hanau wurden.

In 40 Städten waren laut der Website der Initiative 19. Februar Aktionen angekündigt. Um genau 19 Uhr fand dann in ganz Deutschland auf diesen Kundgebungen eine Schweigeminute statt. In mehreren Städten wurden die Gedenken mit Demonstrationen –  teilweise davor, teilweise im Anschluss – verbunden.

In Hanau sammelten sich etwa 200 Menschen, darunter auch mehrere Angehörige. Hier wird am Samstag eine bundesweite Demonstration stattfinden, mehrere tausend Menschen werden erwartet.

In Berlin demonstrierten etwa 4.000 Menschen gegen rechten Terror.

In Köln kamen ca. 650 Personen in der Keupstraße zusammen, wo der Nationalsozialistische Untergrund im Jahre 2004 einen Nagelbombenanschlag verübte. Anschließend zog die lautstarke Demonstration zum Wiener Platz im Kölner Stadtteil Mülheim.

In Hamburg kamen rund 800 Personen zur Kundgebung. Da für die Demonstration von der S-Bahn-Station Veddel aus zum Stübenplatz aber nur 500 Personen angemeldet waren, ließ die Polizei die Demonstration nicht starten. Als Begründung musste offenbar herhalten, dass mit dem gebotenen Corona-Abstand nur 500 Personen auf den Stübenplatz passten.

Die Verhandlungen der AnmelderInnen scheiterten. Aus diesem Grunde zogen nach etwa einer Stunde rund 200 Personen über andere Straßen an der Polizei vorbei und bewegten sich als unangemeldete Spontan-Demonstration in Richtung Wilhelmsburg, wie der Journalist Jannis Grosse berichtet.

Die Polizei habe die Sponti noch die Harburger Chaussee entlang ziehen lassen und versuchte, sie erst in der Georg-Wilhelm-Straße zu stoppen. Dabei wurde auch Pfefferspray eingesetzt. Die TeilnehmerInnen der Spontandemo verstreuten sich zunächst, sammelten sich später aber wieder auf dem Stübenplatz, wo eine Ersatzkundgebung als Abschluss der Demonstration angemeldet worden war.


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