In den vergangenen Jahren stand die Zentrale Anlaufstelle für AsylbewerberInnen (ZASt) in Halberstadt immer wieder im Mittelpunkt zahlreicher Skandale. Nun soll es erneut zu Gewalt von Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes gegen Geflüchtete gekommen sein.

Bereits in den vergangenen Monaten und Jahren gab es immer wieder Berichte von Geflüchteten, die in der ZASt Halberstadt untergebracht sind, dass sie von Mitarbeitern des eingesetzten Sicherheitsdienstes drangsaliert und gewalttätig behandelt werden. Nun gibt es erneut Vorwürfe, über die der MDR Sachsen-Anhalt berichtet.

Dem Bericht zufolge liegen der örtlichen Polizei mehrere Anzeigen von Geflüchteten, sowie eine Gegenanzeige eines Mitarbeiters des Sicherheitsdienstes vor. Zur Zeit laufen in allen Fällen Ermittlungen der Kriminalpolizei.

In einem Fall soll der Sicherheitsdienst einen Geflüchteten über mehrere Stunden in einen Raum gesperrt und bedroht haben. In einem weiteren Fall soll es zu einer gefährlichen Körperverletzung durch den Sicherheitsdienst gekommen sein, hier hat ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ebenfalls Strafanzeige gestellt.

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Anklagen gegen ehemalige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes

Gegen drei ehemalige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes in der ZASt Halberstadt wurde mittlerweile Anklage durch die Staatsanwaltschaft Halberstadt erhoben. Sie hatten im April 2019 einen jungen Geflüchteten zu Boden geschubst und mehrfach getreten und geschlagen.

Verfolgt wurden die Männer nur, weil – ähnlich wie im Fall eines Angriffs im April 2020 – jeweils Videos der Übergriffe existieren, die von anderen Geflüchteten angefertigt wurden.

 


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