Beim Versuch zu fliehen wurde der Mann erschossen. Er war in der Stadt für sein Engagement in der Black Lives Matter-Bewegung bekannt und soll bei einer Demonstration seinerseits einen Rechtsradikalen aus Notwehr erschossen haben. Aktuelle Berichte zeigen einen Anstieg von rechter Gewalt auf Demonstrationen.

Ein weiterer Polizeimord geschah diese Woche in Portland im US-Bundestaat Oregon. Der 48-Jährige Michael Forest Reinoehl wurde von 4 PolizistInnen erschossen, als er bei einer Festnahme vor ihnen floh. Er bezeichnete sich selbst als Antifa und beteiligte sich bis zu seinem Tod oft an den Black Lives Matter- Protesten. Reinoehl war Armeeveteran und Vater von 2 Kindern.

Der 48-Jährige hatte auf den Black Lives Matter-Demonstrationen in der Regel für Sicherheit gesorgt, da sich die Demonstrationen im Fadenkreuz der Rechten befinden und sogar mit Waffengewalt angegriffen werden. Für das Tragen einer Waffe auf einer Demonstration wurde er auch angezeigt, die Anzeige wurde allerdings fallen gelassen.

Reinoehl erschien in der letzten Woche bereits in einem Interview des Vice Magazins. In diesem äußerte er sich zu den Vorwürfen gegen ihn wegen des Tods eines rechten Trump-Unterstützers. Dieser war am Samstag vergangener Woche von Reinoehl erschossen worden, nachdem er einen Schwarzen angegriffen hatte, der den Pro-Trump-Autokorso blockieren wollte.

In dem Vice-Interview verteidigte sich der Antifaschist: „Wissen Sie, die Anwälte raten mir nichts zu sagen, aber ich finde, dass es wichtig ist, dass die Welt wenigstens ein bisschen von dem mitbekommt, was wirklich geschah. Ich hatte keine Wahl. Ich meine, ich hatte eine Wahl. Ich hätte dasitzen und denen zuschauen können, wie sie einen schwarzen Freund von mir töten. Aber das hätte ich nicht übers Herz gebracht“(Übersetzt von Perspektive-Online.) Er plädierte also auf Notwehr.

Rechte Angriffe auf Black Lives Matter-Demonstrationen

Seit einigen Monaten gehen in den USA tausende Menschen auf die Straße, um für die Rechte der Schwarzen und unterdrückten Bevölkerungsgruppen zu demonstrieren. Immer wieder werden diese Demonstrationen von Rechten und FaschistInnen bedroht und attackiert.

So schoss in Kenosha ein weißer Trump-Unterstützer auf drei DemonstrantInnen, von denen zwei an ihren Verletzungen verstarben. Der 17-jährige Todesschütze behauptet, selbst in Gefahr gewesen zu sein. Am Freitag fuhr ein anderer Trump-Anhänger am Times Square in eine Gruppe von Black Lives Matter-DemonstrantInnen. Es gab mehrere Verletzte.


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