Innerhalb eines Monats rückten gleich zweimal mehrere hundert Polizist:innen aus, um zahlreiche Gebäude im Landkreis Vorpommern-Greifswald zu durchsuchen. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht das „Nationale Bündnis Löcknitz“.

Bereits am 1. Oktober hatten rund 160 Polizist:innen mehrere Objekte im Landkreis Vorpommern-Greifswald nach Waffen, Munition, Dokumenten und elektronischen Medien durchsucht. Dem zugrunde lag ein Beschluss der für Terrorismus- und Extremismusbekämpfung zuständigen Staatsanwaltschaft Rostock und richtete sich gegen einen 52-jährigen und einen 44-jährigen Deutschen. Sie sollen angekündigt haben Polizist:innen und weitere Personen töten zu wollen. Die Ermittlungen laufen daher wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

Am 27. Oktober folgte dann eine weitere Welle von Durchsuchungen in 40 Immobilien. Zu den durchsuchten Objekten gehören verschiedene Häuser, Wohnungen und Garagen. Rund 300 Polizist:innen sollen daran beteiligt gewesen sein. Bei der Durchsuchung sollen mehrere „waffenähnliche Gegenstände“ beschlagnahmt worden sein.

Das Verfahren und die Hausdurchsuchungen richte sich gegen Mitglieder des „Nationalen Bündnis Löcknitz“ berichtet die Zeitung Taz. Einer der beiden Hauptverdächtigen soll nach Informationen der Zeitung zudem länger für die faschistische NPD im Kommunalparlament aktiv gewesen sein und sich nun der Reichsbürgerszene zugewandt haben.

Die Ermittlungen seien mittlerweile auf 24 Personen ausgeweitet worden. Unterdessen wurde keiner Verdächtigen in Untersuchungshaft genommen oder mit Meldeauflagen belegt. Welche konkreten Ergebnisse die beiden großangelegten Durchsuchungen hatten, wurde bisher nicht bekannt gegeben.

Die Durchsuchungen reihen sich in eine ganze Serie von Razzien und Waffenfunden gegen faschistische Gruppen in den vergangenen Wochen und Monaten ein.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.