Die anhaltende Wirtschaftskrise und ein erneuter Lockdown verschärfen die Lage vieler Unternehmen in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche massiv. In Berlin fanden gestern zwei Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen in der derzeitigen Form statt.

Unter dem Motto #AlarmStufeRot hatte gestern ein Bündnis in Berlin zu Protesten aufgerufen. Beschäftigte und Unternehmer:innen aus der Veranstaltungsbranche, sowie Künstler:innen zogen in einem Demonstrationszug mit 6.000 Teilnehmer:innen vom Roten Rathaus zum Brandenburger Tor.

Zugleich bildete sich ein Protestkorso aus verschiedenen Fahrzeugen zwischen Olympischen Platz und Brandenburger Tor, es kam zu erheblichen Staus.

Für Mitternacht hatten Berliner Gastronom:innen zu einem weiteren Protest am Brandenburger Tor aufgerufen – also im Anschluss an die gestern getroffenen Beschlüsse der Ministerpräsident:innen-Konferenz.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) schätzt die Lage als dramatisch ein und geht davon aus, dass jedes dritte Unternehmen einen zweiten Lockdown nicht überleben würde. Mittlerweile hat der Unternehmer:innenverband auch angekündigt rechtliche Schritte zu prüfen.

Flankiert werden die Proteste durch einen offenen Brief einiger bekannter Comedians an die Bundesregierung, in dem es heißt:

„Hiermit fordern wir, die freischaffenden Humorist*innen und Musiker*innen, Sie dazu auf, endlich für die coronabedingten Schäden, beispielsweise durch die Stilllegung bzw. die drastischen Einschränkungen des Livebetriebs, aufzukommen. Diese Forderung bezieht sich dabei ganz explizit nicht auf uns wenige Topverdiener der Branche, sondern auf die vielen finanziell angeschlagenen privatwirtschaftlichen Kulturstätten, denen die Schließung droht oder die bereits schließen mussten, was fast zwei Millionen Menschen auf, vor und hinter den Kulissen die berufliche Perspektive genommen hat.“


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