Während weltweit hunderte Millionen Menschen um ihre Existenz kämpfen, geht es den Superreichen prächtig. Die 2.000 reichsten Menschen der Welt konnten im Vergleich zum letzten Jahr ihr Vermögen um 28% steigern – so stark wie noch nie zuvor. Sie besitzen jetzt erstmals in der Geschichte über 10.000 Milliarden US-Dollar. Und Deutschland erreicht mit seinen Milliardären wieder einen Spitzenplatz auf der Welt-Rangliste.

Die aktuelle Pandemie- und Wirtschaftskrise haben die Superreichen rund um den Globus noch reicher gemacht. Das Gesamtvermögen der mehr als 2.000 Dollar-Milliardäre weltweit stieg bis Ende Juli auf den Rekordwert von rund 10,2 Billionen Dollar (8,7 Billionen Euro). Soviel besaßen diese noch nie. Das geht aus einem Bericht der Bank „UBS“ und der Beratergesellschaft „PWC“ hervor.

Zudem haben haben die Superreichen demnach im letzten Krisenjahr ihr Vermögen noch nie so schnell gesteigert. Dieses lag nämlich bei der letzten Erhebung im März 2019 noch bei insgesamt 8 Billionen Dollar (6,8 Billionen Euro) und gewann dann 2,2 Billionen Dollar bis zum Juli 2020 dazu. Damit steigerten die Welt-Reichsten ihr Vermögen um 28% innerhalb von nur etwas mehr als einem Jahr.

Den größten Zuwachs erzielten die deutschen Dollar-Milliardäre nach Ausbruch der Pandemie in den Bereichen Technologie (plus 46%), Gesundheitswesen (plus 12%) und Finanzwesen (plus 11%).

USA, China und… Deutschland

Auf dem ersten Platz mit den meisten Superreichen rangieren weiterhin die USA. Ihr Anteil unter den 2.000 Welt-Superreichen lag bei 3,6 Billionen Dollar. Darauf folgt China mit 1,6 Billionen US-Dollar. Deren Vermögen hat sich in den letzten zehn Jahren um 1.146% gesteigert.

Auf Platz drei liegt derweil Deutschland. Hier stieg das Nettovermögen der Ultrareichen nach einem Einbruch zu Beginn der Corona-Pandemie bis Ende Juli auf 594,9 Milliarden Dollar. Bei der letzten Untersuchung (Stichtag März 2019) waren es noch 500,9 Milliarden Dollar. Der Club der Superreichen wuchs seitdem von 114 auf 119 Mitglieder.

Reichtum für Minderheit, Existenzangst für Mehrheit

Während der Reichtum bei Wenigen explodiert, sind etwa 1,6 Milliarden ArbeiterInnen laut einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation „ILO“ weltweit unmittelbar in ihrer Existenz bedroht. Das ist in etwa jede zweite Arbeitskraft.

Nach Einschätzung des Welternährungsprogramms (WFP) könnte sich zudem die Zahl der akut von Hunger betroffenen Menschen in diesem Jahr deutlich erhöhen – auf 270 Millionen Menschen. Das wären 82% mehr als 2019.


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