In Spanien eskaliert derzeit die Pandemie. Trotzdem wurden alleine in der Großstadt Barcelona seit Mitte September über 800 Zwangsräumungen durchgeführt. Nachdem nun ein besetztes Haus geräumt wurde, kam es am Freitag zu einer großen Demonstration, an der tausende Menschen teilnahmen. Im Anschluss kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Etwa 4.000 Menschen haben an diesem Samstag im Zentrum von Barcelona gegen Zwangsräumungen demonstriert. Zur Demonstration wurde nach der gewaltsamen Räumung des besetzten Stadtteilzentrums „Casa Buenos Aires“ durch die Polizei aus dem Viertel Vallvidrera aufgerufen. Sie forderte einen Stopp aller Zwangsräumungen.

In Barcelona sind alleine seit dem 17. September über 800 Mal Menschen aus ihren Wohnungen vertrieben worden. Zuletzt geschah dies am vergangenen Donnerstag, als wenige Minuten vor Beginn einer sechsmonatigen Ausgangssperre eine Familie mit drei kleinen Kindern, darunter einem Neugeborenen, auf die Straße gesetzt wurde.

Die Demonstration begann auf der Plaza de la Catedral und endete auf der Plaça de Sant Jaume inmitten antikapitalistischer Parolen. Auf dem Front-Banner stand geschrieben: „Es sind keine Räumungen, es ist ein Krieg gegen die Armen“. In Reden erklärten die Protestierenden, dass sie neue Räumungen in der Stadt „nicht tolerieren“ werden, und außerdem gegen das Management der Corona-Pandemie protestieren.

Die Polizei war zu einem Großeinsatz ausgerückt und kontrollierte Demonstrierende an den Zugängen zur Plaça de Sant Jaume und zur Kathedrale. Im Anschluss an die Demonstration kam es zu einigen brennenden Barrikaden sowie Glasbruch am Rathaus. Die Polizei setzte Polizisten in Zivil ein, um Festnahmen durchzuführen.


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