Kund:innen und Angestellte der Commerzbank könnten von massiven Filialschließungen und damit verbundenem Stellenabbau betroffen sein. Das Corona-Jahr ist für die Großbank ein Verlustjahr.

Das gesamte Jahr 2020 wird laut Analysten mit roten Zahlen abgeschlossen werden. Pro Quartal verzeichnete die Bank ein Verlustgeschäft von rund 62 Millionen Euro. Im Jahr 2019 lag der Quartalsgewinn noch bei 294 Millionen Euro.

Durch die Corona-Pandemie ist die Risikovorsorge, also die Bildung von finanziellen Rücklagen, in der Branche stark gestiegen. Gleichsam steigen die Gewinne in den Firmenkundengeschäften nicht mehr an.

Noch im Jahr 2018 war die Commerzbank nach der Bilanzsumme die viertgrößte Bank Deutschlands. Durch die Digitalisierung, bereits vor Corona beschlossene Einsparungen und das Corona-Jahr selbst sind momentan von den 1.000 Standorten in Deutschland 800 von einer Schließung bedroht. Von 40.000 Beschäftigten könnten 10.000 entlassen werden.

Milliarden für eine Bank

Der deutsche Staat ist mit 15% größter Anteilseigner der Bank, da die Commerzbank 2008 den staatlichen „Sonderfond Finanzmarktstabilisierung“ (SoFFin) in Anspruch nehmen musste. Durch die Bundesregierung erhielt die Großbank eine stille Beteiligung in Höhe von 8,2 Milliarden Euro.

Auch zum Jahreswechsel 2008/2009 mussten weitere Unterstützungszahlungen in Anspruch genommen werden, was die Beteiligung auf rund 16,4 Milliarden Euro anstiegen ließ. Zum damaligen Zeitpunkt besaß der Bund rund 25% der Großbank.

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