Die Krankenkassen stehen in der Pandemie unter besonderem wirtschaftlichen Druck. Der AOK-Bundesverband droht nun mit einer Verdopplung des Zusatzbeitrags, sollte die Bundesregierung nicht helfen.

Gegenüber der Augsburger Allgemeinen sagte AOK-Chef Martin Litsch, dass ohne ein Aufstocken der Corona-Hilfen für die Krankenkassen durch die Bundesregierung mit einer Erhöhung des Zusatzbeitrags zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von 1,3 auf 2,5 Prozent nach der Bundestagswahl im September 2021 zu rechnen sei.

Der Plan der Bundesregierung ist es derzeit, die voraussichtlichen finanziellen Löcher durch die gesetzlich Versicherten selbst stopfen zu lassen. So gab es vom Bund nur eine einmalige Hilfe von 5 Milliarden Euro, obwohl eine Finanzlücke von 16 Milliarden Euro für das kommende Jahr vorausgesagt wurde.

Der Zusatzbeitrag wird von den GKV selbst festgelegt. Da er je zur Hälfte von den Arbeiter:innen und den Unternehmen gezahlt wird, wird sich ein Anstieg auch negativ auf die Löhne auswirken.

Allgemein kritisierte Litsch auch, dass die Corona-Krise einseitig auf dem Rücken der gesetzlich Versicherten ausgetragen werde.


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