In der Wirtschaftskrise erleiden die Lebensbedingungen vieler Arbeiter:innen in Deutschland scharfe Einbrüche. So sind neben vielem anderen die Reallöhne schon gesunken. Nun sollen auch die Fahrpreise im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bundesweit um bis zu 2,8 Prozent angehoben werden.

Begründet wird dieser Anstieg mit den geringeren Einnahmen und steigenden Kosten in der Verkehrsbranche. So sind gerade in der Corona-Pandemie die Fahrgastzahlen teilweise dramatisch zurückgegangen, beispielsweise weil Menschen vermehrt im Home Office arbeiteten.

Der „Verband Deutscher Verkehrsunternehmen“ (VDV) schätzt hierbei, dass die durchschnittliche Nachfrage in diesem Jahr auf 40 Prozent des vorherigen Niveaus zurückgegangen sei.

Darauf hatte die Bundesregierung zwar schon mit einem fünf Milliarden Euro schweren Rettungsschirm reagiert. Dennoch werden die Verkehrsunternehmen die Preise in vielen Regionen Deutschlands anheben.

So steigen diese z.B. in München seit Mitte Dezember um bis zu 2,8 Prozent oder in Stuttgart um 2,7 Prozent im April. In Köln und Bonn betragen die Erhöhungen 2,5 Prozent, in Brandenburg und Berlin 1,9 Prozent.

Andere Regionen verzichten hingegen auf Tariferhöhungen oder verschieben sie, wie die Rhein-Main-Region, Nürnberg oder Bremen. Hier erhofft man sich dadurch wieder einen Anstieg der Fahrgastzahlen.

Auch stadtübergreifende Fahrten mit der Bahn werden teurer. So sind einige regionale Fahrten mit der Fahrplanänderung Mitte Dezember teurer geworden. Gleiches gilt für die ICEs und Intercitys der Deutschen Bahn. Der sogenannte „Flexpreis“ wird hier im Schnitt um 1,5 Prozent teurer.

Nachdem 2020 mit der Mehrwertsteuersenkung zunächst viele Produkte und auch Bahnfahrkarten billiger wurden, wird dieser Effekt 2021 nun also umgekehrt.


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