Die Filmaufnahme zeigt zwei Politiker der österreichischen faschistischen FPÖ, wie sie mit einer vermeintlichen russischen Oligarchin korrupte Geschäfte besprechen. Der Privatdetektiv, der die Falle gestellt und die Villa auf Ibiza verwanzt haben soll, wurde jetzt in Berlin festgenommen.

In dem Video ist zu sehen, wie der FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache erklärt, dass es die Möglichkeit gäbe, hunderttausende Euros an seine Partei zu spenden: „Am Rechnungshof vorbei“ – quasi, ohne dass sie der Öffentlichkeit bekannt würden. Dies geschehe über gemeinnützige Vereine. So würden das auch der Waffenhersteller Glock, der Immobilienspekulant und Milliardär René Benko, die Milliardärin Heidi Horten und der Glücksspiel-Konzern Novomatik bei der FPÖ machen. Alle Genannten bestreiten dies auf Nachfrage.

Die vermeintliche russische Oligarchin sollte die FPÖ mittels einer Zeitung medial nach vorne bringen. Im Gegenzug würde die FPÖ ihrer Firma staatliche Aufträge zuspielen.

Die Veröffentlichung des Videos durch Spiegel und Süddeutsche Zeitung im Mai 2019 führte zum Rücktritt von „HC“ Strache und letztlich zu Neuwahlen in Österreich.

Vorwurf: Illegale Herstellung von Ton- und Filmaufnahmen plus Handel mit Kokain

Mehr als ein Jahr wurde der ausführende Privatdetektiv mit einem europäischen Haftbefehl gesucht. Am Donnerstag bestätigte die Berliner Polizei die Festnahme des Mannes. Laut Angaben der österreichischen Zeitung Die Presse lauten die Vorwürfe: illegale Herstellung von Ton- und Filmaufnahmen und der Handel mit knapp drei Kilo Kokain.

Laut dem Anwalt des Angeklagten sei an dem Vorwurf des Drogenhandels nichts dran. Die Anklage würde auf unsicheren Angaben von zweifelhaften Zeugen basieren. Über den oder die Auftraggeber des Privatdetektivs sind bisher keine Informationen öffentlich.

Faschisten hinter den Kulissen: FPÖ-Chef Strache spricht offen darüber, wie Milliardäre seine Partei illegal finanzieren; UPDATE


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