Schlechte Nachrichten für den Planeten: Trotz weltweiter Proteste geht die Rodung und Zerstörung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien weiter. Die Entwaldung stieg im letzten Jahr sprunghaft an und erreichte den höchsten Stand in den letzten 12 Jahren.

Der größte Regenwald der Welt, der für die Eindämmung des Klimawandels von entscheidender Bedeutung ist, hat laut der von den brasilianischen Behörden veröffentlichten Jahresbilanz, 11.088 Quadratkilometer Bäume verloren. Dies ist das Ergebnis von Messungen, die vom Nationalen Institut für Weltraumforschung (INPE) mit Satelliten durchgeführt wurden und umfasst die Entwicklung zwischen August 2019 und Juli 2020.

Laut Greenpeace seien das umgerechnet etwa 626 Millionen Bäume und dreimal höher als das gesetzlich festgelegte Ziel zur Reduzierung der Entwaldung für 2020.

Dieser Anstieg von 9,5% gegenüber dem Vorjahr unterstreicht die schwerwiegenden Auswirkungen der Politik des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro, Umweltinspektionen zu schwächen, die Straflosigkeit für Landinvasoren zu fördern und indigene Völker zu verachten, die ihr Land erhalten wollen.

Brasilien: Gesetz soll illegale Abholzung des Regenwaldes nachträglich legalisieren

Gleichzeitig zeigt er, dass die verschiedenen offiziellen Maßnahmen und der Druck, der öffentlichkeitswirksam beispielsweise vom französischen Präsidenten Macron aufgebaut wurde, kaum eine Wirkung zeigt, sondern sich der Prozess der Zerstörung des Regenwaldes sogar beschleunigt hat. Dennoch werden Verhandlungen über das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und der Mercosur-Allianz, in welcher Brasilien einer der größten Player ist, weitergeführt.

Die Zerstörung des Amazonas im Jahr 2004 überstieg damals 27.000 Quadratkilometer. Es war das erste Jahr von Luiz Inácio Lula da Silva als Präsident. Seitdem ist das jährliche Fällen von Bäumen bis zum Jahr 2012 auf 4.570 Quadratkilometer zurückgegangen – das Minimum seit Beginn der Messungen. Und von da an – mit Dilma Rousseff an der Macht – begann der Anstieg erneut, bis er die aktuelle Zahlen unter Jair Bolsonaro erreichte.


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