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Dienstag, April 23, 2024
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    Afghanistan: Biden-Regierung stellt Truppenabzug in Frage

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    Eigentlich sollten alle US-Truppen bis April aus Afghanistan abziehen. Doch die neue US-Regierung von Präsident Joe Biden stellt dies nun wieder in Frage. Anlass seien Zweifel, ob die Taliban sich an die Vereinbarungen aus ihrem Abkommen mit den USA halten. Aktuell befinden sich noch etwa 2.500 US-Soldat:innen in dem Land.

    Die neue US-Regierung unter Präsident Joe Biden stellt den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan in Frage. Dieser sollte bis Mitte 2021 eigentlich abgeschlossen sein – jedoch unter der Bedingung, dass die islamisch-fundamentalistische Taliban-Miliz im Gegenzug Friedensgespräche mit der afghanischen Regierung aufnimmt und Sicherheitsgarantien abgibt. So sieht es ein Abkommen vor, dass die USA und die Taliban im Februar 2020 in der katarischen Hauptstadt Doha geschlossen hatten. Nach einem Teilabzug von Truppen Mitte Januar, damals noch unter der Vorgänger-Regierung Trump, befinden sich noch etwa 2.500 US-Soldat:innen am Hindukusch.

    USA beginnen Teilabzug aus Afghanistan

    Die Biden-Regierung wolle nun überprüfen, ob die Taliban sich an ihre Verpflichtungen aus dem Abkommen hielten, wie eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates in Washington mitteilte. Konkret gehe es darum, ob die Taliban ihre Verbindungen zu terroristischen Gruppen wie Al-Kaida beendet und die Gewalt in Afghanistan reduziert hätten. Auch wolle die US-Regierung kontrollieren, ob die Friedensverhandlungen zwischen Taliban und afghanischer Regierung einen ernsthaften Charakter trügen und sich eine dauerhafte Friedenslösung für das Land abzeichne.

    19 Jahre NATO-Krieg in Afghanistan haben nichts gebracht

    Die Gespräche zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung waren im September 2020, ebenfalls in Doha, gestartet. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Taliban-Milizen, der afghanischen Armee und Polizei haben in letzter Zeit jedoch wieder zugenommen. Dabei handelt es sich vor allem um Gefechte in den ländlichen Provinzen des Landes. Doch auch in der Hauptstadt Kabul war es in den letzten Monaten immer wieder zu Minenanschlägen und gezielten Tötungen von staatlichen Kräften gekommen. Wie tagesschau.de berichtet, hat die erneute Zunahme der Gewalt die Akzeptanz der ausländischen Truppen in der Bevölkerung weiter verringert.

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