Am Silvesterabend gegen 22 Uhr wurden in Leipzig mehrere Geländefahrzeuge der Bundeswehr angezündet. Auf der Medienplattform „de.indymedia.org“ bekennen sich Menschen mit einer politischen Erklärung zur Tat.

Silvester in Leipzig steht spätestens nach den Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Anwohner:innen im alternativ/links geprägten Viertel Connewitz im letzten Jahr im besonderen Fokus der Öffentlichkeit. Dieses Jahr waren Versammlungen und Ansammlungen gänzlich verboten, zudem war an mehreren Orten ein Feuerwerksverbot erlassen worden.

Gänzlich unter Kontrolle der Polizei war die Stadt dadurch aber offenbar nicht: Gegen 22 Uhr wurden sieben von elf auf dem Parkplatz eines Autohändlers in Leipzig-Heiterblick abgestellte Geländewagen der Bundeswehr in Brand gesetzt. Die Bundeswehrfahrzeuge sollten hier wieder instand gesetzt werden.

Auf der Plattform de.indymedia.org erschien am Morgen des 1. Januar ein vermutliches Bekennerschreiben. In diesem erklärt sich eine Gruppe ohne genauere Bezeichnung für die Brandstiftung verantwortlich. In der Erklärung werden neben rechten Netzwerken und den Auslandseinsätzen von der Bundeswehr auch der Einsatz des Militärs im Inneren kritisiert.

Doch nicht nur die Bundeswehr sei laut der mutmaßlichen Brandstifter:innen ihr Ziel: „Die repressiven Organisationen wie beispielsweise Bullen, Bundeswehr, Justiz oder Jobcenter zur Durchsetzung dieser Herrschaft verdienen unsere Angriffe insbesondere.“ Von diesen Repressionsorganen und ihren Angriffen seien vor allem Antifaschist:innen betroffen, während sich innerhalb der aufgezählten Institutionen ungestört Nazinetzwerke aufbauen könnten.

Die sogenannte „Task Force Gewalt“ des „Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus Abwehrzentrums“ (PTAZ) des Landeskriminalamts Sachsen hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Höhe des verursachten Sachschadens wurde bisher nicht veröffentlicht.


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