Ein neuer Bericht stellt eine hohe Anzahl an Nebentätigkeiten von KSK-Soldaten bei privaten Sicherheitsfirmen fest. Manche dieser Sicherheitsfirmen stehen unter Verdacht, als faschistische Netzwerke zu dienen. Anzeigen wegen Korruption und illegaler Weitergabe von Dienstgeheimnissen sollen nun geprüft werden.

Interne Ermittlungen des Verteidigungsministeriums haben fragwürdige Geschäftskontakte sowie eine unüblich hohe Anzahl von Nebentätigkeiten unter Soldaten der Bundeswehr-Eliteeinheit KSK aufgedeckt. Laut The Pioneer umfasste eine interne Liste im vergangenen Juni mindestens 124 Nebentätigkeiten von KSK-Soldaten, die nach den Ermittlungen des Verteidigungsministeriums auf rund 150 solcher Tätigkeiten aufwärts korrigiert wurde.

Nun steht der Verdacht einer Verflechtung privater Interessen und dienstlicher Entscheidungen im Raum. In der nächsten Zeit soll geprüft werden, ob und in welchem Ausmaß es zu Interessenskonflikten und der illegalen Weitergabe von Dienstgeheimnissen kam. Dabei geht es im Speziellen um die Verbindungen der aktiven und ehemaligen Elitesoldaten zu privaten Sicherheitsfirmen.

Sicherheitsfirma „Asgaard“ als rechtes Netzwerk?

Die Firma Asgaard umwirbt und beschäftigt aktive und ehemalige Polizeibeamte und Soldaten. In der Vergangenheit geriet das Unternehmen bereits in die Kritik, weil es mutmaßliche Verbindungen zu faschistischen Bewegungen unterhielt.

Sicherheitsfirma Asgaard als rechtes Netzwerk?

Dem Magazin Kontraste und dem Spiegel liegen Videoaufnahmen aus dem Inneren des Asgaard-Hauptquartiers in Bagdad aus dem Jahr 2017 vor. Auf dem Material deutlich zu erkennen: eine Reichskriegsflagge an der Wand und die Parole „Klagt nicht, kämpft!“, die aus der NS-Zeit stammt – daneben das gezeichnete Portrait eines Wehrmachtssoldaten.

Auch bei der Geschäftsführung kann man eine deutlich rechte Gesinnung ausmachen: Zum einen ist Geschäftsführer P. Stoy in seinem Wahlkreis in Aachen für die AfD angetreten, bekam allerdings nur 43 Stimmen (unter 2%). Zum anderen ist auf dem Facebook-Profil des zweiten Geschäftsführers und ehemalige Panzergrenadiers der Bundeswehr, D. Gaßmann, zu sehen, dass er einige mehr oder weniger faschistische Seiten mit „gefällt mir“ markiert hatte. Allerdings hat er sein öffentliches Profil ‚ausgemistet‘, nachdem eine investigative Reportage dies öffentlich angesprochen hatte.

 

Das Geschäft mit dem Krieg: Wo sich Rechte und Militärs die Hand reichen


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.