Am 16. Februar wurde der katalanische Rapper Pablo Hasél festgenommen. Wegen Majestätsbeleidigung muss der 32-jährige insgesamt für über 3 Jahre hinter Gitter. Seitdem halten die Proteste für seine Freilassung an. Dabei kam es wiederholt zu Ausschreitungen und zahlreichen Festnahmen.

Für viele Menschen in Spanien, insbesondere Jugendliche, ist Pablo Hasél eine „Symbolfigur“ für die Unterdrückung freier Meinungsäußerung in der parlamentarischen Monarchie.

Für 9 Monate muss er ins Gefängnis, weil er den ehemaligen König Juan Carlos, der Millionen an Geldern aus Saudi-Arabien angenommen hatte, in seinen Texten als „Mafiaboss“ bezeichnet und Tweets gegen die Monarchie veröffentlicht hatte. Inzwischen hat der Rapper, der seine erste Haftstrafe nicht angetreten hatte, eine zusätzliche Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren erhalten.

Seit seiner Verhaftung in Lleida am 16. Februar gehen in Katalonien und Madrid täglich tausende Menschen auf die Straße. Sie setzen sich für seine Freilassung und künstlerische sowie Meinungsfreiheit ein.

Dabei kam es zuletzt Samstagnacht in Barcelona zu Ausschreitungen. Nach einer Kundgebung mit rund 4.000 Teilnehmer:innen waren Mülltonnen und ein Polizeiauto in Brand gesetzt worden. Auch Bankfilialen wurden angegriffen.

Wie die katalanische Polizei mitteilte, seien dabei 13 Menschen festgenommen worden.
Seit Beginn der Proteste sind es bisher mehr als 110 Inhaftierungen.

Der Fall Hasél hat in Spanien und weltweit breite Aufmerksamkeit erregt und eine Debatte über Meinungsfreiheit in dem südeuropäischen Land ausgelöst.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.