Mehrere Beschäftigte der Eisenacher Transportfirma Lohof sollen seit April kein Geld bekommen haben und zu Kündigungen genötigt worden sein. Die Firma arbeitet als Subunternehmer für den Paketdienst GLS.

Die Vorwürfe der mindestens sieben Beschäftigten gegen das Transportunternehmen Lohof wiegen schwer: Seit April hätten die polnischen Arbeiter kein Geld mehr bekommen. Rund 300 Stunden sollen sie seitdem unbezahlt gearbeitet haben. Bis zu 19 Stunden täglich hätten sie gearbeitet.

In den vergangenen Wochen sollen ihnen zudem die Arbeitsverträge gekündigt worden sein, bzw. habe man sie zur Kündigung genötigt. Weil sie damit auch ihre Unterkünfte verloren, lebten sie offenbar in Transportern im Wald. Die firmeneigenen Gefährte benutzten sie als Druckmittel, um ihre ausstehenden Löhne zu bekommen. Am Mittwoch hat die Polizei dann die Fahrzeuge beschlagnahmt. Das Logistikunternehmen GLS brachte die Betroffenen daraufhin nach eigenen Angaben in einem Hotel unter und kündigte an, die ausstehenden Löhne zu bezahlen.

Den Aussagen eines Sprechers des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zufolge warten die sieben Transportfahrer jedoch noch immer auf ihre ausstehenden Löhne. Bis Donnerstagnachmittag habe es weder Gespräche noch Zahlungen gegeben, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Nach Ansicht der Gewerkschaft ist dieser Fall „nur die Spitze des Eisberges“. Große Logistiker wie GLS arbeiteten oft mit Subunternehmen, die wiederum die Aufträge an weitere Subunternehmen verteilten.

Gegenüber der polnischen Zeitung Głos Wielkopolski erklärt einer der Fahrer, dass sie zwar bis Freitag im von GLS zugewiesenen Hotel bleiben könnten. Wie es danach weitergehe, sei aber unklar:
„Eines ist sicher – wir kämpfen um das, was uns zusteht, und geben nicht auf!“


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