In Freiburg hat ein 39-jähriger AfD-Politiker einen Mann mit einem Messer verletzt und Pfefferspray gegen zwei Jugendliche eingesetzt. Der AfD-Politiker beruft sich auf Notwehr.

Nach Angaben der Autonomen Antifa Freiburg ereignete sich am 12. 6. in Freiburg gleich ein mehrfacher körperlicher Übergriff durch Robert H., einen AfD-Lokalpolitiker.

Robert H. hatte 2019 für den Freiburger Gemeinderat kandidiert, wurde jedoch nicht gewählt. Dennoch tritt er immer wieder als Redner bei Veranstaltungen und Demonstrationen der AfD in der Stadt in Erscheinung.

Er war von zwei Antifaschist:innen auf der Straße erkannt und als „Faschist“ bezeichnet worden, woraufhin er angefangen haben soll, die beiden zu filmen und dann auch zu verfolgen.

Wenig später – so die Darstellung – drohte er ihnen damit, sie wegen Beleidigung anzeigen zu wollen und holte ein Pfeffergel heraus, das er gegen beide auch einsetzte.

Andere Anwohner:innen seien an dieser Stelle auf das Geschehen aufmerksam geworden und ein 61-Jähriger habe mit seinem Auto angehalten, um dem mit Pfeffergel Verletzten Ersthilfe zu leisten. Da Robert H. weiterhin nicht von den beiden Verletzten abgelassen habe, stellte sich ihm der 61-Jährige in den Weg.

An dieser Stelle habe H. ein Messer gezückt und wenig später auf den 61-Jährigen eingestochen. Dieser musste ins Krankenhaus gebracht und dort genäht werden, konnte aber nach der Behandlung das Krankenhaus verlassen.

H. hat bei der Polizei eine andere Schilderung der Ereignisse zu Protokoll gegeben: Er sei von drei Personen angegriffen worden und habe sich dann mit Messer und Pfefferspray verteidigt.

Besonders brisant ist, dass die Polizei diese unterschiedlichen Darstellungen des Geschehens gegenüber dem Tagesspiegel zwar bestätigte,  jedoch in ihrer eigenen Pressemitteilung nur die Version des AfD-Politikers auftaucht.


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