Die Zapatistas planen eine Europa-Reise „für das Leben gegen den kapitalistischen Weg des Todes“. 177 Personen, die meisten aus den Gemeinden in Chiapas im südlichen Mexiko, fordern deswegen die Möglichkeit, in Frankreich einreisen zu dürfen. Tausende unterstützen ihre Forderung und setzen Präsident Macron unter Druck, den Weg frei zu machen.

Mehr als 800 Organisationen, Institutionen und Personen unterzeichneten die Erklärung „Warten auf das Boot für das Leben“ der Zapatisten. Denn zwischen Juli und September 2021 sind in ganz Europa Veranstaltungen mit Kulturvereinen, Solidaritätsgruppen, Künstler:innen und Gewerkschaften geplant, bei denen es einen Austausch zu Gesundheit, Bildung, Ökologie, Gerechtigkeit, sozialen Rechten und Menschenrechten geben soll. Damit diese stattfinden können, muss zunächst die Einreise gelingen. Deswegen fordern derzeit 177 mexikanische Staatsbürger:innen die Möglichkeit, nach Frankreich in die EU einreisen zu können.

Ziel der „Reise für das Leben“ ist, diejenigen zusammenzubringen, die auf den Kontinenten der Erde für eine gemeinsame Sache einstehen: „Uns vereinen nur sehr wenige Dinge: Dass wir uns die Schmerzen der Erde zu eigen machen: die Gewalt gegen Frauen; die Verfolgung und Verachtung der in ihrer affektiven, emotionalen, sexuellen Identität Differenten; die Vernichtung der Kindheit; der Genozid an den Originarios, den indigenen Pueblos; der Rassismus; der Militarismus; die Ausbeutung; die Zerstörung der Natur.“

Sie vereine außerdem: „Das Wissen: Es ist nicht möglich, dieses System zu reformieren, zu erziehen, abzumildern, zurechtzufeilen, zu zähmen, zu humanisieren.

[Sowie] Die Verpflichtung: Zu kämpfen, überall und jederzeit – jede/r auf ihrem/seinem Gebiet – gegen dieses System – bis es vollständig zerstört ist. Das Überleben der Menschheit hängt von der Zerstörung des Kapitalismus ab. Wir ergeben uns nicht, wir verkaufen uns nicht – und wir geben nicht nach.

[Und] Die Gewissheit: Der Kampf für die Menschheit ist weltweit. So wie die laufende Zerstörung keinerlei Grenzen, Nationalitäten, Fahnen, Sprachen, Kulturen, Ethnien anerkennt, so ist der Kampf für die Menschheit überall und jederzeit.“

Einreise in Gefahr

Die ersten Delegierten legten bereits mit einem Segelschiff in Europa an. Die weiteren sollen nun per FLugreise nach Frankreich nachkommen. Doch verschiedene Regierungen legen den Reisenden Steine in den Weg: Die mexikanische Regierung weigert sich, 62 Delegierten Reisepässe und eine Ausreisegenehmigung zu erteilen. Die Reisenden erfüllten alle Formalitäten. Dass sie dennoch keine Papiere erhielten, sei auf willkürlichen Rassismus zurückzuführen.

Eine weitere Hürde errichtet die französische Regierung. Sie weigert sich, die Delegierten nach Frankreich einreisen zu lassen. Deswegen gab es in vielen europäischen Städten Protest, der sich gegen den französischen Präsidenten Emmanuel Macron richtete.


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