In Deutschland arbeitet jede:r fünfte in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis. Die Folge sind unsichere Arbeitsverhältnisse, Niedriglohn und Altersarmut. Besonders betroffen sind Frauen, Migrant:innen und geringer qualifizierte Menschen. 

Seit vielen Jahren ist der Anteil der Menschen die in einem atypischen Beschäftigungsverhältnis arbeiten konstant auf hohem Niveau. Gerade in der Corona-Pandemie sind viele dieser Jobs weggefallen und die dort arbeitenden Menschen haben dadurch ihre Existenzgrundlage verloren.

Zu den atypischen Beschäftigungsverhältnissen werden Leiharbeit beziehungsweise Zeitarbeit, geringfügige Beschäftigung (Minijobs), Teilzeitbeschäftigung unter 20 Wochenstunden sowie befristete Beschäftigungsverhältnisse gezählt.

Außerdem gibt es der Statistik zufolge weitere 4,5 Millionen Teilzeit-Beschäftigte mit mehr als 20 Wochenstunden. Unterm Strich arbeiten also rund 11,5 Millionen von 33,4 Millionen nicht in Vollzeit-Normalarbeitsverhältnissen, was einer Quote von mehr als 35 Prozent entspricht.

Die genannten Zahlen entstammen einer Sonderauswertung auf Basis der Daten des Mikrozensus 2020, den die Linkspartei im Bundestag beantragt hatte. Sie forderte in dem Zusammenhang einen Rechtsanspruch auf eine Vollzeitstelle und die Abschaffung von sachgrundlosen Befristungen in Arbeitsverträgen. Außerdem müssten Leiharbeiter als Flexibilitätszulage zehn Prozent mehr Geld bekommen als Festangestellte, so Linksfraktionschef Dietmar Bartsch.

Der Anteil der verschiedenen Bevölkerungsgruppen an der atypischen Beschäftigung ist dabei sehr ungleich verteilt. So arbeiten etwa Frauen und Migrant:innen deutlich öfters in atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Das gleiche gilt für jüngere und geringer qualifizierte Menschen. Allein die Quote der atypischen Beschäftigung unter erwerbstätigen Frauen liegt bei über 30 Prozent.


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