Die Inflation in Deutschland steigt auf 4,1 Prozent. Einige Ökonom:innen warnen vor Panik und verweisen auf Basiseffekte – die Inflation sei jetzt so hoch, weil die Preise im vergangenen Jahr niedrig waren. Andere warnen davor, dass die Preise noch weiter steigen.

Die Inflationsrate steigt auf derzet 4,1 Prozent. Dafür sind ganz unterschiedliche Preisentwicklungen in den verschiedenen Bereichen verantwortlich. Am stärksten steigen anch wie vor die Preise für Stromversorgung privater Haushalte und Kraftstoffe (+14,3 %). Heizöl wurde etwa um 78 Prozent teurer, Benzin um 28,4 Prozent.

Auch andere Waren des täglichen Gebrauchs stiegen im Preis. Der Gemüsepreis stieg im Shcnitt um 8,4 Prozent, der für Fleisch um 4,7.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, warnt vor Panik. Die hohe Inflation sei durch einen sogenannten Basiseffekt zu erklären: Im vergangenen Jahr war die Inflation teils negativ. Nun würde sie sich „normalisieren“, was zunächst einen starken Anstieg bedeute.

Er warnte stattdessen vor der starken Mietpreisentwicklung: In der Inflation schlägt sich diese nur mit 1,4 Prozent wieder. Doch durch den stetigen Anstieg bedeute diese Preisentwicklung, dass die Finanzierung von Wohnraum zu einer immer größeren Belastung werde.

Preise werden weiter steigen

Die deutsche Bundesbank rechnet damit, dass die Inflation sich weiter in Richtung fünf Prozent entwickeln werde. Dafür sind aber nicht nur Basiseffekte verantwortlich: Die EZB-Präsidentin Lagarde erläuterte in einer Rede gegenüber dem Europäischen Parlament, es gebe „„einige Faktoren, die zu einem stärkeren Preisdruck führen könnten als derzeit erwartet“.

So bestehen weiterhin Lieferengpässe in zahlreichen Branchen, die den Preisdruck erhöhen könnten.

Selbst wenn die Institutionen der Wirtschaft sich eine stark anziehende Inflation derzeit gut erklären können, bedeutet sie eine Mehrbelastung für Arbeiter:innen-Haushalte. Denn die Löhne steigen nicht im selben Verhältnis – im Gegenteil sind viele Haushalte nach wie vor durch Verdienstausfälle und Kurzarbeit belastet.


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