Das letzte Mal übersprang die Teuerungsrate die Fünf-Prozent-Marke im Jahr 1992. Die Inflation liegt derzeit bei 5,2 Prozent, das ist der höchste Stand seit fast 30 Jahren.

Bereits seit Monaten steigern sich die Preise überall. Extrem haben sie sich im Energie- und Spritsektor erhöht. Die Teuerungsrate ist in Deutschland derzeit so hoch wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Aktuell liegt sie bei 5,2 Prozent. Nur im Jahr 1992 gab es einen höheren Wert mit 5,8 Prozent. Im Oktober diesen Jahres lag der Wert noch bei 4,5 Prozent.

Benzinpreise sind in den letzten 12 Monaten um fast 30 Prozent gestiegen, Energie um 22,1 Prozent. Auch Nahrungsmittel bleiben von den Teuerungen nicht verschont: dort gab es einen Anstieg um 4,5 Prozent, bei Dienstleistungen um 2,8 Prozent und bei Mieten um 1,4 Prozent.

Weiterhin führt die Bundesbank einen Teil der hohen Teuerungen auf die Absenkung der Mehrwertsteuer im letzten Jahr zurück. Diese war für ein paar Monate von 19% auf 16% abgesenkt worden. Daher hofft sie, dass die Inflation im November ihren Höhepunkt erreicht hat. Die Europäische Zentralbank (EZB) hofft zudem darauf, das die Raten im nächsten Jahr wieder sinken und sich um einen Wert von zwei Prozent herum stabilisieren.

Ob sich diese Hoffnungen jedoch erfüllen, bleibt mehr als ungewiss. Insbesondere aus dem Grund, dass ein großer Teil der steigenden Preise auf Engpässe der internationalen Produktionsketten und als Begleiterscheinung des technologischen Umstiegs auf vorgeblich umweltfreundlichere Produktion und Technologien zurückzuführen ist.

Die drastischen Preissteigerungen insgesamt führen bei den meisten Arbeiter:innen dazu, dass sie sich Waren des täglichen Gebrauchs schlichtweg nicht mehr leisten können. Wenn die Löhne nicht oder nicht annähernd zeitgleich mit der Inflation erhöht werden, führt das zu einer klaren Reallohnsenkung. Die Menschen haben also deutlich weniger Geld, um sich die selben Güter wie zuvor zu leisten.


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