Der Klimawandel setzt dem Grundwasserspiegel zu. Einige Kommunen bereiten ihre Bewohner:innen bereits jetzt darauf vor, Preiserhöhungen an sie weiterzugeben, denn die Versorgung mit Leitungswasser wird immer herausfordernder.

Wenn es nach Grünen-Politikerin Rosemarie Heilig geht, ist das Trinkwasser zu billig, berichtet die tagesschau. „Es ist unser kostbarstes Gut, und deshalb müssen wir mit dieser Ressource sehr viel verantwortungsbewusster umgehen“ – höhere Verbraucher:innenpreise sind ihr Lösungsvorschlag.

Damit spiegelt sie nicht die Linie ihrer Partei auf Bundesebene wieder. Doch auch die Positionen der frischen Regierungspartei räumen ein: Die Versorgung mit Leitungswasser wird immer schwieriger und aufwändiger, der Preis wird steigen.

Klimawandel und Landwirtschaft

Bei den Herausforderungen für die Kommunen, ihre Bevölkerung mit Leitungswasser zu versorgen, kommen mehrere Probleme zusammen. Zum einen ist es die steigende Anzahl an Hitzetagen, die den Grundwasserspiegel in heißen Perioden drückt. Manche Landkreise mussten deswegen bereits zu Verboten greifen, wie etwa einem Verbot, Swimmingpools zu befüllen oder Rasen mit Leitungswasser zu sprengen.

Um Ballungsgebiete mit hohem Verbrauch zuverlässig zu versorgen, sind bereits jetzt komplexe Fernleitungssysteme nötig. Die „Oberhessischen Versorgungsbetriebe“ (OVAG) haben ein solches z.B. für die Stadt Frankfurt am Main eingerichtet. Für rund 13 Millionen Euro kann sie so seit 2016 auch aus dem benachbarten Versorgungsgebiet Mittelhessen gespeist werden.

Mehr Kosten – höhere Preise

Der „Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs“ (DVGW) ermittelte mit seinen Mitgliedsorganisationen, auf welche Summe sich die „Klimaanpassungskosten“ derzeit belaufen. Für die nächsten zehn Jahre rechnet der Verein insgesamt mit Kosten von 1,2 Milliarden Euro. Wenn es nach den Versorgungsunternehmen geht, die zum großen Teil in kommunaler Hand sind, sollen diese Kosten dann an die privaten Verbraucher:innen weitergegeben werden.


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