Während in Pandemie und Wirtschaftskrise Hunderttausende mit Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit kämpfen, scheint das Geschäft mit Luxusgütern zu florieren. „LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton – SE“, der weltweit führende Luxusgüterkonzern, verzeichnete im Jahr 2021 Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen 17,5 Milliarden Euro Profit, satte 49% mehr als noch vor der Pandemie.

LVMH verzeichnete im Jahr 2021 einen Umsatz von gigantischen 64,2 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von 44% gegenüber 2020 und von 20% gegenüber 2019. Besonders die Vereinigten Staaten und Asien verzeichneten im Laufe des Jahres ein starkes Wachstum, während Europa zum alten Niveau von 2019 zurückkehrte.

Was springt dabei für die Aktionär:innen heraus? Der Gewinn aus wiederkehrenden Tätigkeiten belief sich 2021 auf 17,151 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie 2020 und 49 % mehr als 2019. Auf der Hauptversammlung im April wird LVMH eine Dividende von 10 Euro pro Aktie vorschlagen.

Bernard Arnault, Chairman und CEO von LVMH, freut sich: “Die Rekordergebnisse der Gruppe wären nicht möglich gewesen ohne die Effizienz und die außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit unserer Teams, die trotz der Krise die Verbindung zu unseren Kunden aufrechterhalten und weiterhin Träume wecken.“

Die Häufung von immer mehr Geld in immer weniger Händen, die dieses Geld für Luxusgüter ausgeben, erwähnte er nicht. Tatsächlich gehört Arnault selbst zu den reichsten Menschen der Welt. Mitte 2021 hatte er sogar Jeff Bezos kurzzeitig als reichsten Mann der Welt abgelöst. Er selbst hält 44 Prozent der Aktien am Unternehmen und dürfte sich deshalb über eine satte Dividende freuen.

Champagner, Handtaschen, Parfüm und Diamanten

Das Unternehmen wirtschaftet in verschiedensten Luxusgüter-Bereichen:

  • Der Champagner habe von der Wiedereröffnung von Restaurants und dem Tourismus in Europa profitiert, die Champagnermengen stiegen im Vergleich zu 2019 sogar. Auch der Cognac Hennessy habe sich gut entwickelt und verzeichnete trotz Lieferengpässen einen Anstieg des Volumens im Vergleich zu 2019. Der Gewinn aus wiederkehrenden Tätigkeiten stieg im Vergleich zu 2020 um 34%.
  • Besonders viel Profit zog das Unternehmen aus dem Bereich Mode und Lederwaren. Es vertreibt unter anderem die Marken Louis Vuitton, Christian Dior, Fendi, Celine und Loewe. Der Gewinn aus wiederkehrenden Tätigkeiten stieg hier um 79% im Vergleich zu 2020 und um 75% im Vergleich zu 2019.
  • Hatten die Menschen gerade im Bereich Parfum und Hautpflege im Pandemiejahr 2020 gespart, änderte das sich 2021 rasant: Der Gewinn aus wiederkehrenden Tätigkeiten war fast neunmal höher als 2020 und erreichte wieder das Niveau von 2019. Das Parfum „Sauvage“ von Christian Dior wurde 2021 zum weltweit meistverkauften Duft (Damen- und Herrendüfte eingeschlossen), was eine weltweite Premiere für einen Herrenduft darstellt.
  • Auch bei teuren Uhren und Schmuck gab es massive Zuwächse. Der Geschäftsbereich verzeichnete im Jahr 2021 ein Umsatzwachstum von 167% gegenüber 2020. Der Gewinn aus dem wiederkehrenden Geschäft versechsfachte sich gegenüber 2020 und stieg gegenüber 2019 um 128%. Insbesondere die Verkäufe von High-End-Schmuck erreichten mit dem großen Erfolg der jährlichen High-End-Juwelenkollektion “Blue Book” ein Allzeithoch. Das teuerste Schmuckstück bei Tiffany kostet zwischen 20 und 30 Millionen Dollar.

CEO Arnault stellt zugleich klar, dass er sich als Superreicher nicht nur um die Belange der Superreichen, sondern auch der ganzen Welt kümmern möchte: „Unser Ziel, eine solide finanzielle Leistung zu erzielen, und unser unermüdliches Streben nach Spitzenleistungen erinnern uns an unsere tägliche Verpflichtung, die Welt zu verbessern.“ Das Unternehmen habe im Jahr 2021 zahlreiche Aktionen zur „Förderung der biologischen Vielfalt“, zum „Schutz der Natur“ und zum „Erhalt von Handwerkskunst“ durchgeführt.


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