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Dienstag, Juni 18, 2024
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    Serbien: Bergbaukonzern verliert Lithium-Förderlizenz nach Protesten

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    Die serbische Regierung hat dem Bergbaukonzern Rio Tinto die Förderlizenz für Lithium entzogen. Zuvor hatte es heftige Proteste und Straßenblockaden gegen das Projekt gegeben. Grund dafür sind massive Umweltauswirkungen der Lithiumförderung. Das Metall ist ein zentraler Rohstoff für den Umstieg auf erneuerbare Energien. Nach Chile ist Serbien das zweite Land, in dem die Förderung des Rohstoffs zu sozialen Kämpfen geführt hat.

    Erst Chile, jetzt Serbien. Innerhalb von nur zwei Wochen haben Protestbewegungen aus der Bevölkerung das zweite große Lithiumförderprojekt vorerst gekippt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Serbiens Regierung dem britisch-australischen Bergbaukonzern “Rio Tinto” die Förderlizenz für eine große Lithiummine im Land entzogen. Zuvor hatten Umweltaktivist:innen das Vorhaben mit Demonstrationen und Straßenblockaden monatelang bekämpft. Mit dem 2,4-Billionen-Dollar-Projekt „Jadar“ wollte Rio Tinto zu einem der zehn größten globalen Lithiumproduzenten werden. Serbiens Ministerpräsidentin Ana Brnabić erklärte das Vorhaben jetzt jedoch für „beendet“.

    Chile: Das Geschäft mit dem Lithium

    Zentraler Rohstoff für erneuerbare Energien

    Lithium ist heute der wichtigste Rohstoff für die Produktion von Batterien, wie sie etwa in Elektroautos oder für die Speicherung von Stromüberschüssen verwendet werden. Damit kommt dem Leichtmetall eine entscheidende Bedeutung beim Umstieg zahlreicher Staaten auf erneuerbare Energien zu. Es wird erwartet, dass sich die Nachfrage nach dem Rohstoff in den nächsten 35 Jahren verfünffacht. Die serbische Mine enthält Schätzungen zufolge genug Lithium, um damit Batterien für 1 Million Elektroautos herzustellen. Sie wäre bei voller Auslastung Europas größte Lithiummine nach Ausstoß geworden.

    Rohstoffabbau führt zu neuen Umweltproblemen

    In der vergangenen Woche hatte ein Gericht in Chile bereits ein anderes großes Lithiumprojekt vorerst gekippt. Der Entscheidung dort waren ebenfalls Proteste von Umweltgruppen voraus gegangen. Die Förderung von Lithium hat massive Auswirkungen auf umliegende Landschaften, vor allem wegen des exorbitant hohen Wasserverbrauchs. Für die Förderung einer Tonne des Metalls werden knapp 2,3 Millionen Liter Wasser benötigt.

    In der chilenischen Atacama-Wüste hat das bereits zu Schäden in der Vegetation, höheren Tagestemperaturen und anhaltender Dürre geführt. Für kapitalistische Unternehmen ist es jedoch derzeit günstiger, neues Lithium zu fördern, als alte Lithium-Ionen-Batterien zu recyceln. Damit führt der Umstieg auf erneuerbare Energien unter kapitalistischen Bedingungen zu neuen Umweltproblemen und sozialen Kämpfen.

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