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Samstag, März 2, 2024
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    Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat begonnen

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    Russland hat mit gezielten Angriffen auf militärische Ziele in der Ukraine begonnen. In einem nächsten Schritt werden ausgeweitete Militäroperationen in der Ostukraine erwartet. Die Ukraine und die NATO geben sich siegesgewiss.

    In der Nacht zum 24. Februar hat der russische Präsident Putin eine sogenannte “Sondermilitäroperation” gegen die Ukraine angekündigt. Die erste Phase wurde offenbar auch sofort eingeleitet. Sowohl Russland als auch die Ukraine berichten von zahlreichen Raketenbeschüssen auf verschiedene Stützpunkte des ukrainischen Militärs.

    Ein besonderes Augenmerk lag dabei offenbar auf den Stützpunkten der ukrainischen Luftwaffe. Sie zu zerstören, dürfte ein Schritt sein, der dazu dient, die Lufthoheit im Vorfeld weiterer Militäroperationen vollends zu sichern.

    Die Ukraine meldete, dass ihr Territorium auch aus Belarus beschossen worden sei. Unter anderem seien Grenzposten der Ukraine angegriffen worden. Darüber hinaus ist es offenbar zu Angriffen der russischen Schwarzmeerflotte auf Ziele in Odessa gekommen. Auch in Kiew, Charkiw und Dnipro wurden Explosionen gemeldet.

    Es scheint sehr offensichtlich, dass Russland sich von den Sanktionsdrohungen der NATO-Staaten nicht hat abschrecken lassen. Diese hatten ja zudem auch betont, selbst im Falle eines Einmarschs nicht direkt in militärische Konfrontation mit Russland gehen zu wollen.

    Die Zeichen stehen also auf einem mehr oder weniger langen Krieg, in dem die Abhängigkeit der Ukraine von der NATO ökonomisch und militärisch weiter zunehmen dürfte. Der ukrainische Präsident Selenskyj jedenfalls twitterte bereits in um 7:00 Uhr, dass er mit zahlreichen seiner westlichen Verbündeten telefoniert habe, um eine “Anti-Putin-Allianz” zu bilden, die die Ukraine ökonomisch und militärisch unterstützen solle.

    https://twitter.com/ZelenskyyUa/status/1496728317969539076

    Offen ist noch, was die tatsächlichen Ziele dieses Krieges auf der jeweiligen Seite sein werden. Putin hatte in seiner Rede davon gesprochen, dass er eine “Entnazifizierung” und “Entmilitarisierung” der Ukraine anstrebe, wobei er die ukrainische Regierung als Nazi-Regime charakterisiert.

    Erste Meldungen aus russischen Nachrichtenagenturen sprechen davon, dass eine Militäroperation durchgeführt würde, die das Ziel habe, die Gebiete der sogenannten Volksrepublik Lugansk zu erweitern und die ganze Region unter ihre Kontrolle zu bringen.

    Die ukrainische Regierung nimmt den Angriff jedenfalls naturgemäß sehr ernst. In der Ukraine wurde der Ausnahmezustand ausgerufen, der Proteste ebenso untersagt, wie die Verbreitung von Informationen, die zur “Destabilisierung” des Landes beitragen könnten.

    Der US-amerikanische Präsident Biden kündigte wenig überraschend an, dass man Russland zur Rechenschaft ziehen wolle, wobei Vergeltungsdrohungen um 8:30 Uhr deutscher Zeit noch verhältnismäßig unkonkret blieben. Alle, die darauf gehofft hatten, dass es diesmal nur bei den typischen Muskelspielen der Großmächte im Ringen um Einflusssphären bleiben könnte, sind nun enttäuscht worden.

    Erste Anti-Kriegsdemonstrationen in Deutschland sind bereits angekündigt. Es ist anzunehmen, dass in den nächsten Tagen weitere hinzukommen, wobei es sicherlich unterschiedliche politische Ausrichtungen dieser Aktionen geben wird: Während die einen in das empörte Geheul von der Aggression des russischen Diktators einstimmen werden, werden andere vermutlich den russischen Angriff auf die Ukraine mit fadenscheinigen Argumenten rechtfertigen und wieder andere den Standpunkt der internationalen Arbeiter:innenklasse einnehmen, die grundsätzlich kein Interesse daran hat, dass irgendwelche Völker sich im Interesse ihrer jeweiligen Kapitalistenklasse gegenseitig bekriegen.

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