Fast 3 Millionen Menschen bekommen trotz mehr als 40 Beitragsjahren weniger als 1.200 Euro Rente. Besonders von Altersarmut betroffen sind dabei Frauen.

2,7 Millionen Menschen, die mindestens 40 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben, bekommen weniger als 1.200 Euro Rente im Monat. Das sind fast 40 Prozent der Rentner:innen, die so lange eingezahlt haben. Fast die Hälfte von ihnen (1,2 Millionen) hat dabei sogar mindestens 45 Jahre eingezahlt.

Dabei gibt es auch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. So sind im Osten etwa die Hälfte, im Westen etwa ein Drittel der Arbeiter:innen mit mindestens 40 Beitragsjahren auf eine Rente unter 1.200 Euro angewiesen.

Diese Zahlen stammen aus der Regierungsantwort auf eine Anfrage im Bundestag, entsprechen jedoch noch dem Stand vom 31. Dezember 2020, da für das vergangene Jahr noch keine Daten vorlägen.

Besonders betroffen von Altersarmut sind dabei Frauen. So meldet der rbb in einem Bericht über Altersarmut in Berlin, dass etwa 54.000 Rentnerinnen in der Hauptstadt sogar unterhalb der Armutsgrenze leben, also weniger als 1.004 Euro bekommen. Davon sei jede sechste Frau und jeder achte Mann über 65 betroffen.

Damit sei Deutschland das europäische OECD-Mitglied mit dem größten „Gender Pension Gap“, also einem Rentenunterschied zwischen Männern und Frauen. Danach bekommen Frauen in Deutschland im Durchschnitt 46% weniger Rente als Männer. Der Grund dafür ist, dass Frauen besonders oft in den Niedriglohnsektor oder beispielsweise in Teilzeitjobs gedrängt werden.

Die noch immer niedrigen Renten und das ungelöste Problem der Altersarmut in der BRD fallen dabei zusammen mit der Preisexplosion bei Strom, Sprit und beim Einkauf im Supermarkt. Die ohnehin schon niedrigen Renten sinken in Realität also sogar, da man von dem Geld immer weniger kaufen kann.

Teuerung ist Diebstahl! Wehren wir uns dagegen!


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.