Eine vermeintliche Verkehrskontrolle im US-Bundesstaat Michigan eskalierte derart, dass ein junger Mann durch einen Polizisten erschossen wurde. Der Mord an dem Afroamerikaner sorgte für Protest.

Nordöstlich von Chicago, im Bundesstaat Michigan, liegt die Stadt Grand Rapids, in der der junge Afroamerikaner Patrick Lyoya von einem weißen Polizisten ermordet wurde. Die Tat ereignete sich am 4. April 2022. Nachdem eine Polizeistreife das Fahrzeug von Lyoya wegen einer Unstimmigkeit des Nummernschildes angehalten hatte, eskalierte die Kontrolle und es kam zu einem Handgemenge, in dessen Folge der Beamte seine Dienstwaffe zog und dem 26-Jährigen in den Hinterkopf schoss.

Die Polizei veröffentlichte einige Videos, in denen der Tathergang teilweise gezeigt wird. Lyoya soll sein Fahrzeug verlassen haben und nach mehreren Aufforderungen nicht wieder betreten haben.

Nachdem er die Flucht zu Fuß ergreifen wollte, stellte ihn der Beamte vor mehreren Wohnblocks. Er soll in dem Handgemenge versucht haben, einen Elektro-Taser zu ergreifen, in dessen Folge der Polizist seine Dienstwaffe zog und dem jungen schwarzen Mann aus kürzester Distanz in den Hinterkopf schoss.

Obwohl die Tat durch staatliche Stellen untersucht werden würde und der Polizist beurlaubt wurde, fanden in Grand Rapids Proteste statt, zu denen sich mehrere hundert Menschen versammelten. Der Mord reiht sich ein in eine lange Liste von struktureller Polizeigewalt des amerikanischen Staats gegen die schwarze Bevölkerung. Aktivist:innen von Black Lives Matter setzen bei den Protesten einen Fokus auf die Gewalt gegen Schwarze. Die Tat löste Erinnerungen an die gezielte Tötung von George Floyd aus. Dessen Täter wurde nach weltweiten Protesten zu über 22 Jahren Gefängnis verurteilt.

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