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Montag, Juni 24, 2024
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    Amazon-Arbeiter:innen bestreiken den “Prime Day”

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    Der “Prime Day” des Handelsgiganten Amazon ist für den Konzern einer der umsatzstärksten Tage des Jahres. Für die Arbeiter:innen in den Logistikzentren bedeutet der Tag jedoch eine Mehrbelastung bis über ihre Grenzen hinaus. Deswegen sind sie in der Nachtschicht in den Streik getreten.

    Amazon hatte im vergangenen Jahr einen Jahresumsatz von mehr als 469 Milliarden US-Dollar. Am ersten Prime Day 2022 machte der Konzern allein an diesem Tag 12,5 Milliarden US-Dollar Umsatz, 7,8 Milliarden davon am US-amerikanischen Markt.

    „Der ‘Prime Day’ beschert Amazon eine enorme Umsatzsteigerung und viel Publicity. Für die Beschäftigten heißt das aber vor allem ein erhöhtes Arbeitsaufkommen und damit verbunden Zeitdruck und Hetze bei der Arbeit. Erstmalig gibt es einen zweiten ‘Prime Day’ in diesem Jahr, und zum jetzigen Zeitpunkt bedeutet das für die Beschäftigten keine Atempause, bevor es mit Vollgas ins Weihnachtsgeschäft geht. Das geht zu Lasten der Gesundheit der Beschäftigten,“ sagt Silke Zimmer, ver.di-Landesfachbereichsleiterin Handel NRW.

    Der konzerneigene Feiertag stellte sich als so profitabel heraus, dass es im aktuellen Jahr gleich zwei Prime Days geben soll. Der nächste Zeitraum, für den amazon besonders gute Angebote verspricht, soll vom 11. bis 12. Oktober stattfinden. Den Mehrgewinn erarbeiten an vorderster Front die Logistik-Arbeiter:innen, die zu großen Teilen prekär beschäftigt sind. So haben viele keine festen Anstellungsverhältnisse, und ihre Verträge sind nicht an die Tarifverträge des Einzelhandels gebunden.

    Für solche sichereren Beschäftigungsverhältnisse sind die Arbeiter:innen in Werne und Dortmund mit der Gewerkschaft ver.di heute Nacht in den Streik getreten. Die Frühschicht des Logistikzentrums Rheinberg hat sich dann dem Streik angeschlossen.

    „Die Beschäftigten wollen eine gerechte Entlohnung, die ihre Leistungen anerkennt, ihren Lebensunterhalt sichert und die nicht von der Willkür von Amazon abhängig ist. Amazon hat die Entgelte der Beschäftigten an den Standorten in NRW dieses Jahr unterschiedlich erhöht. Die Erhöhungen haben eine Spannbreite zwischen 3,1 Prozent bis in der Spitze 10,5 Prozent, je nach Beschäftigungsdauer und Tätigkeit. Das ist zutiefst ungerecht und bestärkt die Forderung der Kolleginnen und Kollegen nach einem rechtsverbindlichen Tarifvertrag, der vor Willkür schützt“, erklärt Zimmer.

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