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Mittwoch, April 17, 2024
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    Metallindustrie: Tausende Beschäftigte im Warnstreik

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    Die Friedenspflicht in den Tarifverhandlungen endet und die Arbeiter:innen der Metall- und Elektroindustrie haben keine Zeit verschwendet: Noch in der selben Nacht sind sie in den Warnstreik getreten. Sie fordern 8% mehr Lohn, das Angebot der Unternehmensseite verurteilt die IG Metall als “Scheinriese”.

    Die vierte Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und den Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie beginnt am 8. November. Noch ist eine Einigung nicht in Sicht. Die Arbeiter:innen fordern auf ihren Demonstrationen während des Warnstreiks in der vergangenen Nacht 8% mehr Lohn für zwölf Monate. Die Inflation durchbricht zeitgleich die 10-Prozent-Marke, selbst mit ihrer vergleichsweise hohen Forderung erkämpfen die Beschäftigten mindestens auf kurze Sicht eine Reallohnsenkung.

    “Die Arbeitgeber gehen nicht auf unsere Forderungen ein”, erklärt dazu IG Metall-Chef Jörg Hofmann. Die Unternehmen störten sich vor allem an der kurzen Laufzeit, sie wollen die Beschäftigten für 30 Monate an einen Tarifvertrag binden. In wirtschaftlich turbulenten Zeiten würde das der Unternehmensführung Sicherheit vor Streiks bieten.

    Auch bieten die Unternehmen statt einer Erhöhung der Löhne eine Einmalzahlung von 3.000 Euro an – mit der sie die Arbeiter:innen für 30 Monate zufrieden stellen wollen. Sie würde der steuerfreien Inflationsausgleichszahlung des Bundes entsprechen.

    “Auf zwölf Monate wäre das also schon eine gute Geschichte, wenn es das jedes Jahr gäbe. Aber auf 30 Monate verteilt und ohne dauerhafte Wirkung, entpuppt sich die Zahl als Scheinriese.”, erklärt Hofmann. Über Tarifanhebungen wolle man grundsätzlich nur sprechen, wenn die Gewerkschaft sich auf eine lange Laufzeit einließe.

    Insgesamt haben sich mehrere tausend Arbeiter:innen an den Warnstreiks beteiligt, die im ganzen Bundesgebiet stattfanden. Weitere Warnstreiks sind für Montag angesetzt.

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