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Sonntag, April 14, 2024
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    Virginia: Schulstreik gegen transfeindlichen Gesetzesentwurf

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    Nach einem transfeindlichen Gesetzentwurf für Schulen in Virginia, solidarisierten sich am vergangenen Dienstag mehr als 1000 Schüler:innen und legten den Schulbetrieb lahm.

    In den frühen Morgenstunden des 27.09. haben sich in über 100 Schulen im Norden Virginias mehr als 1.000 Schüler:innen mit ihren transgeschlechtlichen Klassengeschwistern solidarisiert und ihren Unterricht für etwa eine Stunde kollektiv ausgesetzt. Auslöser für die Proteste war ein Gesetzentwurf des republikanischen Gouverneurs von Virginia, Glenn Youngkins.

    Die Streiks wurden von einzelnen Schüler:innen , aber vor allem durch außerparlamentarische Organisationen Jugendlicher wie z.B. dem „Pride Liberation Project“ organisiert. Sie schafften es, den „Walk-out“ an allen Schulen gleichzeitig durchzuführen.

    „D-O-E, leave us be“ („Ministerium für Bildung, lass uns in Ruhe“) oder „Trans-rights are human rights“ („Transrechte sind Menschenrechte“) schallte es von den Schulhöfen und Sportplätzen.

    Mit Schildern und Pride-Fahnen bewaffnet protestierten die Jugendlichen vor den Schulen. Während dieses geplanten und vorbereiteten Streiks wurden Reden gehalten, Erfahrungsberichte über die Diskriminierung und Unterdrückung von transgeschlechtlichen Jugendlichen ausgetauscht und Diskussionen über den Gesetzesentwurf geführt.

    Das Ziel des Streiks bestand darin, mehr Aufmerksamkeit auf die Gefahr, die von diesem Gesetz ausgeht, zu lenken, aufzuklären und das Gesetz letztlich zu verhindern.
    Es diskriminiere transgeschlechtliche Menschen in ihren Schulen, sagen die Streikenden. Es beinhaltet, dass die Schüler:innen ihre Pronomen und Namen, sogar die Toiletten nur entsprechend ihrer offiziellen Schulunterlagen benutzen dürfen. Es sei denn, ein Elternteil stimmt der Verwendung einer Alternative zu.

    Auch können Schulen Sportmannschaften nach dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht trennen. Sie sind dabei nicht verpflichtet, Schüler:innen die trans sind, die Teilnahme an der Sportmannschaft ihres gewählten Geschlechts zu ermöglichen.

    Die Schüler:innen müssen jetzt juristische Dokumente einreichen, wenn sie mit anderen Pronomen angesprochen werden möchten. Schulen dürfen Lehrer:innen nicht mehr ermutigen, Informationen über das Geschlecht eines Schülers oder einer Schülerin vor deren Eltern zu verbergen.

    Wodurch Schüler:innen zu einem ungewollten „coming out” (Offenbarung der eigenen Sexualität oder des Geschlechts) bei Eltern und Familie gedrängt werden oder diese Informationen gar ungewollt durch Lehrer:innen, ohne Zustimmung der betroffenen Schüler:innen, an die Eltern gelangen.

    Die jetzigen Streiks sind eine Antwort auf eine größere Anti-LGBTI+-Politik in US-amerikanischen Schulen. So zum Beispiel das Verbot für transgeschlechtliche -Athlet:innen an Sportarten entsprechend ihres Geschlecht teilzunehmen, welches in 18 Bundesstaaten der USA gültig ist.

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