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Samstag, April 13, 2024
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    Vorbereitung auf Strom- und Gasmangel im Winter

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    Europäische Union und Bundesregierung bereiten sich auf Strom- und Gasmangel diesen Winter vor. Mächtigere Staaten wie Deutschland sind dennoch im Vorteil.

    Die Europäische Union bereitet sich auf flächendeckende Stromausfälle vor. Das sagte der „EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz“, Janez Lenarčič, im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

    Die europäische Katastrophenhilfe könne im Fall von Blackouts, also flächendeckenden und längerfristigen Stromausfällen von mehreren Stunden oder Tagen, nötig werden. Dabei gäbe es zwei Szenarien. So lange nur eine kleine Zahl von Mitgliedstaaten betroffen ist, könnten andere Stromgeneratoren liefern.

    Bei einer großen Anzahl an betroffenen Ländern würden strategische Reserven angezapft werden. Wie viel Geld der EU dafür zur Verfügung steht, wird aktuell ausgehandelt. In den Verhandlungen zum EU-Haushalt hat Deutschland als größtes Geberland besonders viel Einfluss.

    Zur Gefahr von Blackouts für Deutschland gab es bisher unterschiedliche Äußerungen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund warnt vor flächendeckenden Stromausfällen, in vielen Städten wird sich auf Gas- und Strommangel eingestellt.

    Die Bundesnetzagentur hält „krisenhafte Situationen im Stromsystem“ diesen Winter für sehr unwahrscheinlich, schließt sie aber nicht vollständig aus. Regional kam es hingegen schon zu Ausfällen: Zum Jahresbeginn hatten in Regensburg 5.000 Haushalte 19 Stunden lang keinen Strom.

    Neben der Frage nach Strom ist Gas eine weitere Ressource, über deren Verfügbarkeit im Winter viel diskutiert wird. Laut einem Schreiben des Wirtschaftsministeriums an den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU, Jens Spahn, kann die Bundesregierung keine Aussagen dazu treffen, wohin eingelagertes Gas fließen wird.

    Es handelt sich dabei in großen Teilen um den Besitz von Gashändlern und -lieferanten und kann von allen, im deutschen Gasmarkt registrierten Unternehmen gekauft werden. Wer den höchsten Preis zu zahlen bereit ist, bekommt das Gas. Somit haben große Unternehmen und reichere Staaten wie die Bundesrepublik deutlich bessere Chancen, versorgt zu werden.

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