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Donnerstag, Mai 30, 2024
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    Weiterer Angriff auf Geflüchtetenunterkunft

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    Im Landkreis Leipzig kam es in der Nacht zum Montag wieder zu einem Angriff auf eine Geflüchtetenunterkunft. Es ist nicht die einzige Tat dieser Art in den letzten Wochen.

    In Großzössen, einem Ortsteil von Neukieritzsch im Landkreis Leipzig, wurde in der Nacht auf den Montag Pyrotechnik auf eine Geflüchtetenunterkunft geworfen. Überreste der Pyrotechnik wurden sowohl auf dem Gelände selbst als auch auf den Gehwegen davor gefunden. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand.

    Seit 2016 wird in dem sächsischen Ort eine alte Berufsschule für die Unterbringung von Geflüchteten genutzt. Zwischenzeitlich stand das Gebäude leer, seit Anfang dieses Jahres wird es für die Unterbringung von ukrainischen Geflüchteten genutzt.

    Vermehrt Angriffe auf Geflüchtete

    Dieser Angriff reiht sich ein in die vermehrten Angriffe auf Geflüchtete in den letzten Wochen.  In Leipzig gab es zuletzt im August einen Brandanschlag auf eine Unterkunft in der Liliensteinstraße 15 a. Dort wurden mehrere Brandsätze auf das Gebäude geworfen.

    Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es vor wenigen Tagen einen Anschlag: In Groß Strömkendorf wurde eine Unterkunft für ukrainische Geflüchtete angegriffen, das ehemalige Hotel brannte fast komplett ab. Zu dem Zeitpunkt befanden sich 14 Geflüchtete und drei Mitarbeiter in dem Haus. Verletzt wurde niemand. Schon drei Tage vor der Tat wurde ein Hakenkreuz an das Gebäude geschmiert.

    In Bautzen gab es ebenfalls einen Brandanschlag auf ein ehemaliges Hotel, in dem jetzt im November Geflüchtete unterkommen sollten. Am frühen Freitagmorgen, dem 28.10., brannte es, nachdem zuvor Unbekannte die Fensterscheiben eingeworfen hatten. Und noch am Dienstagabend davor hatte die AfD vor dem Hotel gegen dessen Nutzung als Geflüchtetenunterkunft demonstriert.

    Geplante Flüchtlingsunterkunft in Bautzen brennt

    Auch politische Organisationen reagierten auf die Brandanschläge. Zur Tat in Groß Strömkendorf kritisierte etwa die Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) die Rolle von Politiker:innen und Medien bei solchen Anschlägen: „Hier ist nicht nur die faschistische AfD zu nennen, deren wichtigste politische Taktik schon immer darin bestand, Angst vor und Hass auf Migrant:innen zu schüren. Auch Friedrich Merz (CDU), der selbst ein Kapitalist ist, scheint verzweifelt auf der Suche nach Sündenböcken für die kapitalistische Misere zu sein. […] Auch Innenministerin Nancy Faeser (SPD) reiht sich unter den rassistischen Scharfmacher:innen ein.“

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