Immer weniger Jugendliche wollen den Krieg zu ihrem Beruf machen. Die Bundeswehr versucht deshalb mit den modernsten Mitteln, besonders die junge Generation zu rekrutieren. Machen wir ihr einen Strich durch die Rechnung! – Ein Kommentar von Enver Liria

Die vielbeschworene „Zeitenwende“, von der Scholz nach Verkündung des 100-Milliarden-Pakets für die Bundeswehr sprach, wird durch die nicht kriegserfahrene und -begeisterte Jugend gefährdet. Während bei zahlreichen Rüstungskonzernen bereits die Kassen klingeln und die Produktion von Kriegsgeräten anläuft, scheint die Bundeswehr mit tiefgreifenden Problemen zu kämpfen. Konkret geht es darum, dass sich nicht genügend junge Leute für den Dienst an der Waffe für dieses System verpflichten lassen wollen.

Die Bundeswehr hat erhebliche Probleme, sowohl neue Menschen anzuwerben und sie auch dauerhaft in der Armee zu halten, als auch mit hohen Abbrecherquoten in den Ausbildungen. Nun soll eine Propaganda-Offensive diese Probleme lösen.

Die Jugend im Fadenkreuz des Militarismus

Früher warb die Bundeswehr schon in der Teenie-Zeitung Bravo. Heutzutage gehört sie zu den Hauptausstellern auf der “Gamescom”. Die Gamescom ist die weltweit größte Computerspielmesse, zu der tausende junge Leute jedes Jahr hinströmen, um die neusten Games und Konsolen zu testen. Dort wirbt die deutsche Armee unter anderem mit den Slogans „Nach der Schule liegt dir die Welt zu Füßen“, „Multiplayer at its best!“ und „Mehr Open World geht nicht!“.

Am Stand finden sich ein E-Quad und ein Eurofighter-Simulator, mit dem die jungen Leute per Virtual-Reality-Brille das Kampfflugzeug erleben können. Hier legt die Bundeswehr einenChristine Lambrecht besonders großen Wert auf die Anwerbung von Nachwuchskräften für die Bereiche IT, Cyber-Sicherheit und technische Verwaltung, die in der modernen Kriegsführung immer wichtiger werden. Das deutsche Militär soll nämlich überall auf der Welt und sofort in den Krieg ziehen können, wenn es nach der deutschen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht geht.

Bundeswehr soll „überall“ auf der Welt „sofort“ in den Krieg ziehen können

Auch will die Bundeswehr mehr Frauen zum Kriegsdienst bewegen, denn aktuell sind nur 13% der Bundeswehrangehörigen Frauen. Dazu beteiligt sie sich etwa beim „Girls‘ Day“ an über 100 Standorten. Der „Girls‘ Day“ ist ein Tag, an dem junge Schülerinnen in typische „Männerberufe“ hineinschnuppern können. Junge Frauen werden also dazu angespornt, sich bei der Bundeswehr einzureihen, um dann bald „unsere Freiheit“ im Ausland verteidigen zu können.

Gerade um diese pseudo-feministische Schiene bemüht sich auch der Youtube-Kanal der Bundeswehr. Dort sehen wir etwa die Fliegerärztin Anna im Auslandseinsatz in Australien oder die Feuerleitoffizierin Michelle beim Patriot-Schießen auf Kreta. Gerade junge Frauen nach der Schule sollen so angesprochen und rekrutiert werden.

Echte Perspektive statt Kriegsdienst für den deutschen Imperialismus

Die Zeiten von Preisexplosionen, hoher Jugendarbeitslosigkeit und Pessimismus nutzt der deutsche Imperialismus schamlos aus. Anstelle der Jugend eine Perspektive mit sicherer Arbeitsstelle, Übernahmegarantie nach der Ausbildung und einem auskömmlichen Leben zu bieten, will das System die Arbeiter:innenjugend als Werkzeug für ihre Kriege gewinnen.

Wir müssen uns klar dagegen stellen: Nur der Kampf gegen dieses System, gegen den Staat und seine Armee kann uns eine echte Perspektive geben. Also lassen wir uns nicht zum Kriegsdienst für ein Deutschland der Banken und Konzerne verpflichten! Kämpfen wir viel eher unseren Kampf für eine Gesellschaft in Frieden, die der Jugend und allen anderen eine wirkliche Lebensperspektive bietet! Diese Gesellschaft kann nur der Sozialismus sein.


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