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Donnerstag, Mai 30, 2024
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    Millionen Rentnerinnen leben in Armut – trotz 40 Jahren Arbeit

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    Jede dritte Arbeiterin erhält selbst nach 40 Jahren Vollzeitarbeit eine Rente unter 1000 Euro netto. Grund dafür ist das niedrige Lohnniveau und die schlechtere Bezahlung von „Frauenberufen“.

    Eine Anfrage der Linken beim Bundesarbeitsministerium bestätigt nun das, was viele Millionen Arbeiterinnen in Deutschland bereits befürchten: Millionen Frauen steuern auf Renten unterhalb der Armutsgrenze zu.

    Konkret bedeutet das, dass 2,7 Millionen Frauen in Deutschland selbst nach 40 Jahren Vollzeitarbeit eine Rente von unter 1000 Euro netto haben werden. Bei einer offiziellen Armutsgrenze von 1148 Euro für einen Einpersonenhaushalt erhalten sie also eine Armutsrente. Insgesamt arbeiten aktuell 7,1 Millionen Frauen in Vollzeit, das bedeutet, dass fast 38 Prozent von ihnen auf eine Armutsrente zusteuern.

    Ein Rechenbeispiel macht deutlich, wie es zu dieser Situation kommt. Erhält eine Arbeiterin einen Monatslohn von 2844 Euro brutto und zahlt 40 Jahre lang entsprechend in die Rentenkasse ein, so hat sie einen Rentenanspruch von genau 1000 Euro brutto. Sollte sie alleine leben, fällt sie damit schon unter die Armutsgrenze und ist auf Unterstützung vom Amt angewiesen.

    Will die Arbeiterin einen Rente von 1200 Euro erhalten, muss sie 40 Jahre lang einen Bruttomonatslohn von 3413 Euro verdienen, so das Redaktionsnetzwerk Deutschland mit Bezug auf die Antwort des Ministeriums.

    Altersarmut: Ein Leben in Würde ist kaum noch vorstellbar

    Kinder, Pflege und allgemein schlechtere Bezahlung

    Die Ursachen für Armutsrenten hängen immer mit dem niedrigen Lohnniveau zusammen, ganz unabhängig vom Geschlecht. Jedoch ist das Lohnniveau bei Frauen noch wesentlich niedriger als bei Männern, sie sind also noch mehr von Armut im Alter betroffen.

    Ungefähr ein Drittel (32,6 Prozent) aller Vollzeitstellen sind von Frauen besetzt, jedoch liegt der Anteil von Frauen unter den Vollzeitbeschäftigten mit Armutsrenten viel höher: Fast die Hälfte(48,5 Prozent) der Vollzeitbeschäftigten, die auch nach 45 Arbeitsjahren auf eine Rente von weniger als 1000 Euro zusteuern, sind Frauen.

    Die Gründe dafür sind neben der schlechteren Bezahlung auch, dass Frauen in der Regel einen größeren Anteil der Hausarbeit übernehmen müssen. Zum einen tragen sie die Hauptlast der Kindererziehung, zum anderen sind es oft die Frauen, die bei Krankheit die Verwandten pflegen. Zwar werden auch für die Kindererziehung Rentenpunkte gewährt, diese fallen aber nicht so sehr ins Gewicht, als dass sie den Verlust der Arbeitsjahre wieder aufwiegen könnten.

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