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Donnerstag, Februar 29, 2024
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    Tech-Konzerne: Massenentlassungen gehen weiter

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    Nicht nur die Tech-Giganten wie Amazon und Microsoft entlassen Tausende ihrer Mitarbeiter:innen: Jetzt ziehen andere Konzerne wie Dell und SAP nach. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

    Gerade die Tech-Konzerne haben nach Ausbruch der Corona-Pandemie ihr Geschäft aggressiv ausgebaut: Die Google-Mutter Alphabet kam im September auf fast 187.000 Beschäftigte weltweit. Das sind rund 37.000 Beschäftigte mehr als ein Jahr vorher, als noch etwa 150.000 Arbeiter:innen bei dem Konzern angestellt waren.

    Noch spektakulärer war der Aufstieg von Amazon. Die Kombination aus Pandemie, staatlichen Hilfen und Subventionen, niedrigen Zinsen und vielem mehr hat dazu geführt, dass im Jahr 2020 rund 500.000 Menschen einen Arbeitsvertrag bei Amazon unterschrieben haben. Nicht mit eingerechnet sind die Arbeiter:innen von Zeitarbeitsfirmen und Subunternehmen, die direkt von Amazon abhängig sind. Durch dieses schnelle Wachstum erreichte der Konzern im September 2021die Anzahl von fast 1.500.000 Mitarbeiter:innen.

    Doch auf den „Boom“ folgte bald der „Bust“ und viele Tausende mussten das Unternehmen wieder verlassen. Dass Unternehmen je nach Marktlage Arbeitskräfte anziehen oder abstoßen, ist eigentlich nichts Neues. Allerdings betrifft dies nun zunehmend auch besser bezahlte Fachkräfte, die zum Beispiel in der IT-Branche arbeiten. Auch der amerikanische Konzern DELL kündigte an, mehr als 6.000 Stellen weltweit zu streichen.

    Tech-Konzernen entlassen mehrere zehntausende Arbeiter:innen

    Reaktionen auf die Entlassungswelle in Deutschland

    Auch Deutschland ist von der Entlassungswelle betroffen: Europas größter Softwarehersteller SAP mit Sitz im baden-württembergischen Walldorf kündigte jüngst an, 3.000 Stellen zu streichen, etwa jede 40. im Konzern. Grund seien zu geringe Gewinne.

    Auch Deutschlands zweitgrößter Anbieter von Unternehmenssoftware, die Software AG, entlässt mit ca. 200 Stellenstreichungen einen beträchtlichen Teil seiner Belegschaft: 4 Prozent, also jede 25. Mitarbeiter:in, muss gehen. Auch hier ist der Grund eine Gewinnsteigerung.

    Die Reaktionen der großen Gewerkschaften bleiben verhalten. Derzeit hält das Land den Atem an angesichts der vielen Massenentlassungen bei den Autozulieferern und der zahlreichen Insolvenzen. Der Wandel zur E-Mobilität bedroht Schätzungen zufolge weitere hunderttausende Arbeitsplätze, und die Belegschaften bangen bereits um ihre Zukunft.

    Die großen Gewerkschaften stellen diesen akuten Angriffen auf die Lebensgrundlage vieler Arbeiter:innen kaum etwas entgegen. Vielfach fungieren sie eher als Apparat, um die Abwicklung „sozialverträglich“ zu gestalten. Auf eine Reaktion mit Arbeitskämpfen wegen der Streichungen im IT-Sektor scheinen sie nicht vorbereitet zu sein.

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