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Montag, Februar 26, 2024
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    Der ÖPNV auf dem Abstellgleis

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    Die Kosten für unser tägliches Leben steigen immer weiter. Energie- und Lebensmittelpreise setzen den meisten zu. Auch Mobilität wird immer teurer.

    Die derzeitige offizielle Inflationsrate beträgt 8,7%. Zwar steigen die Preise nicht mehr so rasant nach oben wie vor einem Jahr. Aber dennoch sind sie nicht gesunken oder gleich geblieben, sondern klettern weiter in die Höhe. So haben sich die derzeitigen Ticketpreise für Einzelfahrscheine im ÖPNV ebenfalls erhöht. In manchen Regionen auf über 6%, wie beispielsweise im Raum Mittelsachsen (ab April 2,70 Euro, statt 2,50 – plus 8%) oder Frankfurt am Main (seit 1. Januar 3,40, statt 2,85 Euro – plus 19%).

    Im letzten Jahr wurde die Mobilität von Anfang Juni bis Ende August subventioniert. So konnten an den Automaten Monatstickets für ganz Deutschland für 9 Euro gekauft werden. In dieser Zeit nutzten viele die neu gewonnene Mobilität in vollen Zügen. Ab 1. Mai versucht die Bundesregierung nun mit den 49-Euro-Ticket ein Andocken an das 9-Euro-Ticket.

    Doch schon jetzt steht fest, dass die Preise sukzessiv steigen werden. Des Weiteren wird das 49€-Ticket nicht für alle erschwinglich sein. So sieht beispielsweise das aktuelle „Bürgergeld“ in Höhe von 502 Euro gerade einmal 45,02 Euro für die Mobilität vor.

    Kein Ausbau in Sicht

    Doch der ÖPNV steht an diesem Punkt vor noch anderen Problemen: So hat beispielsweise Leipzig eines der größten Schienennetze Deutschlands. Die Größe täuscht hierbei allerdings über den Ausbau hinweg. Seit mehreren Jahrzehnten wurde das Schienennetz zwar saniert und modernisiert, allerdings nicht ausgebaut. Das Gegenteil ist der Fall: Einige Strecken werden heutzutage in der immer weiterwachsenden Metropole nicht mehr bedient. Die Größe des Netzes wird also auch überhaupt nicht ausgenutzt.

    Auch der Ausbau des Nahverkehrs auf dem Land wird vermutlich weiterhin stagnieren, zumal er in Anbetracht der steigenden Preise noch mehr an Attraktivität verlieren dürfte. So sind in den letzten Jahren auf dem Land die Taktungen gestiegen, dennoch ist der ländliche Raum vor allem abends immer noch komplett abgehängt.

    Löhne der Arbeiter:innen weiterhin auf Minimum

    Natürlich werden die Busse und Bahnen auch heute noch von Menschen bedient. Die Arbeiter:innen sind in den letzten Monaten vermehrt in den Streik getreten und erhalten durch die Abschmetterung der geforderten Lohnsteigerung von 10,5% einen Lohn nahe des Mindestlohns. Viele Arbeiter:innen ziehen daher in die nächst gelegene Stadt, um dort etwas mehr Lohn zu bekommen. Auf die Daheimgebliebenen wirkt sich der Mangel an Arbeiter:innen mit psychischen Druck in Form von Pausenverkürzungen und Schichtänderungen aus.

    Die Anbindung des ÖPNVs an die Kommunen, Gemeinde und Städte hat noch einen weiteren Haken: Die permanente Flaute in die Kommunalkassen lässt es nicht zu, ausreichend in den ÖPNV zu investieren, egal, ob es um die Subventionierung der Ticketpreise, die Gehälter oder den Ausbau der Strecken geht. Derweil ist die Bundesregierung damit beschäftigt, Milliardensummen für das Militär statt für den ÖPNV aufzuwenden.

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