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Freitag, März 1, 2024
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    Fahrpreise für Öffentlichen Nahverkehr in Berlin und Brandenburg steigen

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    Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg hat ab dem 01. April die Preise erhöht. Damit reagiert der Verbund eigenen Angaben nach auf die allgemein  gestiegenen Kosten für Energie und Kraftstoff. Auch in anderen Verkehrverbünden in ganz Deutschland stiegen in den letzten Monaten die Ticketpreise.

    Was seit Februar offiziell bekannt ist, ist nun für Berliner:innen und Brandenburger:innen Realität: Ab dem 01. April gelten erhöhte Preise im Nahverkehr. Für einen Einzelfahrschein für S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus im Berliner Stadtgebiet sind fortan 3,20€ anstatt 3,00€ fällig. In Cottbus, Frankfurt an der Oder oder Brandenburg an der Havel kostet eine Einzelfahrt im Stadtgebiet nun 2,10€ anstatt 1,90€. Auch alle anderen Tickets, wie zum Beispiel Abo-Karten, Kurzstrecken oder 4-Fahrten-Tickets werden erhöht. Die letzte Erhöhung der Preise gab es zu Beginn des Jahres 2021.

    Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gibt als Grund für die Preiserhöhung an, dass so auf „die stark gestiegenen Kraftstoff- und Energiekosten der Verkehrsunternehmen“ reagiert werde. Der VBB erklärt weiter, dass sich die Verkehrsunternehmen „angesichts der aktuellen massiven Preissteigerungen“ in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage befänden.

    Auch andere Verkehrsverbünde in Deutschland erhöhten in den letzten Monaten mit ähnlichen Begründungen die Preise. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) gab als Grund für die Preiserhöhungen ebenfalls die wirtschaftliche Lage sowie explizit den Krieg in der Ukraine als Ursache an.

    In Frankfurt am Main müssen Fahrgäste so seit Jahresbeginn zum Beispiel für eine Einzelfahrkarte statt vormals 2,85€ nun 3,40€ zahlen. Für eine Tageskarte in Frankfurt Main verlangt der RMV nun gar 6,65€ statt vorher 5,50€. Zwar versuchte der RMV die Preiserhöhung zu legitimieren, indem darauf hingewiesen wurde, dass gleichzeitig der Preis für Abo-Karten für Schüler:innen und Rentner:innen gesunken sei. Die Rabatte für diese Abo-Karten werden jedoch nicht vom RMV bezahlt, sondern aus dem Frankfurter Stadthaushalt – letztendlich also durch die Steuergelder der Verbraucher:innen selbst.

    Bereits im vergangenen Jahr, noch vor der Einführung des 9€-Tickets, war von den Verkehrsverbünden angekündigt worden, dass die Preise nach dieser kurzfristigen Entlastungsmaßnahme angezogen werden würden. Das 9€-Ticket und die dazugehörige Subventionierung des Staats konnten tatsächlich kurzzeitig für deutlich niedrigere Fahrpreise sorgen. Zu einer Zeit, in der Lebensmittelpreise sowie Energie- und Kraftstoffkosten explodiert waren und die Geldbeutel belasteten, nahmen viele Fahrgäste das 9€-Ticket mehr als dankbar an. Vom Bund wurde es anschließend aber verpasst, die kurzfristige Maßnahme auszubauen und weiterzuführen. Stattdessen wird es nun das 49€-Ticket geben, mit dem jedoch gerade Menschen mit knappem Einkommen nicht wirklich sparen können. Dazu kommt, dass der Großteil der Finanzierung des 49€-Tickets wieder durch Steuergelder gewährleistet wird.

    Dem Wunsch einer großen Mehrheit der Bevölkerung nach kostenlosem Nahverkehr setzen die Verkehrsunternehmen nun also weiterhin steigende Preise entgegen. Damit kommen die massiv gestiegenen Kraftstoff- und Energiepreise nun verzögert bei den Verbraucher:innen an.

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