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Dienstag, Mai 28, 2024
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    Berlin Spandau: Tödliche Zwangsräumung

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    Eine Zwangsräumung aufgrund von Mietschulden in Berlin-Spandau verlief am Dienstag, den 24.07., tödlich. Nachdem ein Mann sich der Räumung widersetzt hatte, wurde er einige Stunden später in seiner Wohnung tot aufgefunden.

    Laut Polizei soll der Mann sich mit einer Schusswaffe der geplanten Zwangsräumung per Gewaltandrohung entgegen gestellt haben. Als  sich dann nachgeforderte Kräfte des Spezialeinsatzkommandos der Wohnung näherten, soll der Mann unvermittelt mehrere Male von Innen auf die Eingangstür geschossen haben. Nach dem Eindringen der Einsatzkräfte in die Wohnung am Nachmittag, konnte der Mann nur noch leblos aufgefunden werden, heißt es.

    Zwangsräumungen keine Einzelfälle im Kapitalismus

    Jedes Jahr werden zehntausende Wohnungen in Deutschland zwangsgeräumt. 2022 waren es beispielsweise 29.000 Wohnungen. Häufig lösen diese Maßnahmen einen existenziellen psychischen Druck aus und führten nicht nur in Einzelfällen zu Suiziden, kritisierte das Solidaritätsnetzwerk Berlin gegenüber Perspektive. Schon vergangenes Jahr wurde ein Mann tödlich verletzt, nachdem er die von der Gerichtsvollzieherin gerufene Polizei mit einem Messer angriff.

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    Es gibt unzählige andere Fälle in der ganzen Republik: Schon 2021 hatte sich ein Musiker nach einer Kündigung wegen Eigenbedarfs und bevorstehender Zwangsräumung in Berlin das Leben genommen. 2020 verletzte sich eine 60-jährige Frau schwer, nachdem ihre Wohnung aufgrund von unverschuldetem Zahlungsrückstand zwangsgeräumt werden sollte. 2013 verstarb eine 67-Jährige wegen Mietrückständen zwei Tage nach ihrer Zwangsräumung in einer Berliner Notunterkunft, die Räumung war trotz schlechten gesundheitlichen Zustands der Betroffenen durchgesetzt worden.

    Bei dem aktuellen Fall spricht das Solidaritätsnetzwerk Berlin von einem Tod, an dem Staat und Kapital schuldig sind.:„Wer nicht bezahlen kann, der hat kein Recht auf ein menschenwürdiges Leben in der Logik des Kapitalismus. Der Staat unterstützt dabei die Interessen der Eigentümer und schickt seine Polizei, um sie gewaltvoll durchzusetzen. (…) Damit dieses Spiel endlich ein Ende nimmt, müssen wir uns organisieren. Wenn wir uns als Arbeiter:innen zusammenschließen, können wir für eine Welt kämpfen, in denen Wohnraum für uns und nicht für den Profit existiert.“

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