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Sonntag, Mai 26, 2024
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    Adler Group: Weitere Mieterhöhungen bei Berliner Mieter:innen erwartet

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    Die Adler Group war diesen Sommer bereits wegen illegaler Immobiliengeschäfte in den Schlagzeilen. Nun steigt sie aus einem freiwilligen Bündnis von Immobilienkonzernen aus, um die Mieten noch schneller erhöhen zu können. Das trifft vor allem Mieter:innen in Berlin.

    Die Adler Group war schon im Juni in den Schlagzeilen: Der Immobilienkonzern mit rund 26.000 Wohneinheiten, 17.000 davon in Berlin, soll Bilanzen gefälscht und den Markt manipuliert haben. Mit aufgeblähten Bewertungen sollen sich verschiedene Vorstände und Manager:innen eine goldene Nase verdient haben. Nun macht der in Verruf geratene Konzern erneut Negativ-Schlagzeilen.

    Diese Woche kündigte der Immobilienkonzern an, aus dem Berliner „Bündnis für Wohnungsneubau und bezahlbares Wohnen“ auszutreten. Das Bündnis entstand auf Initiative der Berliner Bürgermeisterin Giffey (SPD). Offiziell gab sich das Bündnis eine Reihe von Aufgaben, wobei nicht klar ist, wer dessen Erfüllung überprüfen könnte. Die Rede ist vom Neubau von günstigen Wohnungen in der Hauptstadt, sowie von einer Grenze für Mieterhöhungen von 11% über drei Jahre statt der rechtlich möglichen 15%. Kritiker:innen sahen das Bündnis schon von Beginn als einen zahnlosen Papiertiger an, der alleine dazu diene, den öffentlichen Druck mit einer symbolischen Geste etwas zu dämpfen.

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    Auch wenn die Kritiken zutreffend sein mögen, bedeutet der Austritt des Immobilienkonzerns Adler aus dem Bündnis nun eine neue Runde massiver Angriffe auf die Mieter:innen des Konzerns. Sie müssen damit rechnen, sehr bald schon Mieterhöhungen in ihren Briefkästen vorzufinden.

    Der Austritt könnte auch als eine Verzweiflungstat gewertet werden, da sich die Adler Group weiterhin in tiefen Schwierigkeiten befindet. Nach der vermutlichen Bilanzfälschung und den umfangreichen Ermittlungen des BKAs, wonach der Aktienkurs des Unternehmens auf einen Tiefstand fiel, könnte die Unternehmensführung ein aggressiveres Vorgehen eingeläutet haben. Schließlich müssen Verluste von über 1,7 Milliarden Euro wieder reingeholt werden. Klar ist aber auch, dass damit die Taktik, etwas Druck aus dem Kessel zu lassen – wie es schon das Land Berlin gemeinsam mit Vonovia und Co. in dem Bündnis versucht – etwas ins Wanken gerät. Schließlich hat sich eine Mehrheit der Berliner:innen für eine Enteignung der Immobilienriesen ausgesprochen und könnte diese bald einfordern.

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