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Dienstag, März 5, 2024
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    Deutschland rüstet weiter auf: Größte Militärübung seit Kaltem Krieg

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    Mit “Quadriga 2024” sollen im Februar nächsten Jahres mehr als 12.000 Soldaten eine für die Öffentlichkeit sichtbare Militärübung durchführen. Ziel ist vor allem, die Einsatzbereitschaft deutscher Soldaten zu erhöhen und die „Ostflanke“ der NATO zu sichern. Im Zuge der Zeitenwende und des Sondervermögens wurden zudem neue Kriegsschiffe in Auftrag gegeben.

    Die Quadriga 2024 ist die größte Übung deutscher Landstreitkräfte seit dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine. Das Deutsche Heer steht dabei im Mittelpunkt. Mehr als 12.000 Soldaten trainieren – sichtbar für die Öffentlichkeit – die Alarmierung und Verlegung von nationalen und multinationalen Landstreitkräften.

    Darüber hinaus ist Quadriga 2024 der deutsche Beitrag zur NATO-Großübung Steadfast Defender 2024, an der insgesamt bis zu 40.000 Soldaten der Landstreitkräfte aller NATO-Staaten in einem „Übungsraum von Norwegen bis Rumänien” beteiligt sein werden, so ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Zudem werde ein maritimes Manöver die Verlegung von Kräften aus Nordamerika nach Europa (transatlantic reinforcement) üben. Der deutsche Staat soll dabei als „Drehscheibe“ im Mittelpunkt stehen und die „Führungsverantwortung“ übernehmen, so die Bundeswehr.

    Bei dem Namen habe man sich am römisch-antiken Vorbild einer “Quadriga”, einem Viergespann, orientiert. Denn auch das Großmanöver bestehe im Wesentlichen aus vier Teilübungen: Grand Center (Februar 2024), Grand North (Februar-März 2024), Grand South (April-Mai 2024) und Grand Quadriga (Mai 2024). Zudem habe „Quadriga“ auch direkten Bezug zum Gespann auf dem Brandenburger Tor, einem deutschen Wahrzeichen.

    Auf Zeitenwende folgt Kriegspolitik

    Die Bundeswehr sieht in dieser Rolle Deutschlands die “praktische Konsequenz“ der von Olaf Scholz deklarierten Zeitenwende und erinnert damit an eine Zäsur der deutschen Politik, die das deutsche Aufrüsten und die Vorbereitung auf weitere Kriege einleiteten.

    Ein Jahr Zeitenwende: Deutschland auf Kriegskurs

    Die Militärübung wird auf Grund ihrer Größe für die deutsche Öffentlichkeit sichtbar sein und somit auch die Zivilbevölkerung an die eingeleitete Zeitenwende erinnern. Der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Generalleutnant Markus Laubenthal, erklärte dazu: „Die offenkundigen Defizite der russischen Armee zeigen, wie wichtig es ist, das Zusammenwirken der Streitkräfte in einem realistischen Szenario zu üben.” Man leiste zudem einen „sichtbaren Beitrag zur Steigerung der Abschreckungs- und Verteidigungsfähigkeit der NATO.“

    Somit werden sowohl die Außenwirkung von Bundeswehr und NATO durch die Militärübung verstärkt als auch die Soldat:innen auf zukünftige Kriege in neuer Qualität vorbereitet.

    Neue Kriegsschiffe mit dem Sondervermögen

    Nebenher soll das größte Schiffsbauprojekt in der Geschichte der Deutschen Marine anlaufen. Die vier Kriegsschiffe werden rund 160 Meter lang und bis zu 10.000 Tonnen schwer sein. Diese würden „Allrounder für die Marine werden”, beschreibt die Bundeswehr deren Funktion. Die modernen Kriegsschiffe könnten sich sowohl gegen andere Kriegsschiffe als auch gegen U-Boote durchsetzen. Bewaffnet werden sollen die Schiffe unter anderem mit Flugabwehrraketen, weitreichenden Seeziel-Flugkörpern sowie einem 127-Millimeter-Hauptgeschütz. Ein einzelner Schiffstyp habe solch ein breites Aufgabenspektrum bisher nicht erfüllen können, heißt es von der Marine.

    Die Kosten für die vier Kriegsschiffe belaufen sich auf mehr als fünf Milliarden Euro. Das Geld dafür stammt aus dem „Sondervermögen” für die Bundeswehr, also letztlich aus deutschen Steuergeldern. Der Deutschen Marine soll davon insgesamt ein Anteil von 19,3 Milliarden Euro zustehen.  Bereits vergangenes Jahr ist die Kieler Werft thyssenkrupp Marine Systems mit dem Bau der neuen U-Boot-Klasse 212CD beauftragt worden.

    Der Kurs der deutschen Politik ist damit sowohl auf Land als auch auf See klar auf die Vorbereitung zukünftiger Kriege ausgelegt.

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