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Sonntag, März 3, 2024
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    Wirtschaftskrise: Bauindustrie rechnet mit Abbau von 10.000 Stellen

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    Die Bauindustrie ist von der derzeitigen Wirtschaftskrise besonders stark betroffen. Jetzt rechnet die Branche sogar mit dem Verlust von bis zu 10.000 Stellen. Es wäre das erste Mal seit 15 Jahren, dass es im Baugewerbe zu einem großen Job-Kahlschlag kommt. Die Baukrise führt auch dazu, dass immer weniger Wohnungen errichtet werden.

    Die aktuelle Wirtschaftskrise in Deutschland schlägt immer mehr auf die Baubranche durch. Erst im November war gemeldet worden, dass die Krise die Bautätigkeit bei Wohnungen um 30% hat einbrechen lassen. Jetzt erwartet die Bauindustrie darüber hinaus einen großen Stellenabbau – der erste Job-Kahlschlag seit 15 Jahren. Der letzte fand während der Weltwirtschaftskrise 2008/09 statt, durch die der Bau- und Immobilienmarkt besonders schwer getroffen wurde.

    Wohnungsnot: Wirtschaftskrise lässt Bautätigkeit einbrechen

    Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbands HDB, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass in den kommenden Monaten „etwa 10.000 Arbeitsplätze abgebaut werden müssen”. Grund dafür seien die sinkenden Umsätze im Wohnungsbau. Diese seien im vergangenen Jahr um 12% eingebrochen und drohten in diesem Jahr in einem ähnlichen Ausmaß nach unten zu gehen. Besonders die steigenden Zinsen und Materialkosten machten vielen Firmen zu schaffen.

    Eine Umfrage unter 450 Baufirmen innerhalb des HDB ergab nun, dass 29% von ihnen vorhätten, Arbeitsplätze abzubauen. 60% dagegen wollen die Belegschaften stabil halten und 12%t sogar neue Arbeiter:innen einstellen. Insgesamt arbeiten im Bauhauptgewerbe aktuell etwa 927.000 Menschen. Die Industrie ist damit in den 15 Jahren seit der Weltwirtschaftskrise um 200.000 Arbeitskräfte angewachsen, was eine Begleiterscheinung der jahrelangen Niedrigzinsphase und des hierdurch entstandenen Baubooms war – und sich nun in einer Überproduktionskrise entlädt.

    Die Baukrise lässt auch den Wohnungsbau jetzt weiter einbrechen. Nachdem im vergangenen Jahr deutschlandweit ca. 270.000 Wohnungen fertiggestellt worden seien, rechnet das Münchener Ifo-Institut für dieses Jahr nur noch mit 225.000 Wohnungen.

    Die Bundesregierung hatte sich ursprünglich zum Ziel gesetzt, dass in Deutschland jedes Jahr 400.000 Wohnungen fertiggestellt würden. Sie plant nun, den Wohnungsbau über die Staatsbank KfW jährlich mit einer Milliarde Euro zu fördern. Die Bauindustrie als mögliche Nutznießerin der Subventionen reagierte schon sehr positiv auf diese Ankündigung.

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