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Dienstag, Juni 18, 2024
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    So niedrig waren die Renten für Neurentner:innen im Jahr 2023

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    Im Jahr 2023 lag die durchschnittliche Rente für Neurentner:innen bei etwa 1.100 Euro. Auch wenn dieser Betrag schon sehr dürftig daherkommt, zeigt ein genauerer Blick auf die Zahlen, dass es viele Arbeiter:innen im Rentenalter noch härter trifft.

    Im Jahr 2023 sind 952.658 Arbeiter:innen in Rente gegangen. Das sind etwa 77.000 mehr als im Vorjahr. Die durchschnittliche Höhe ihrer Rente lag bei nur 1.100 Euro pro Monat. Die einfache Regelaltersrente, die von etwa 42 Prozent der Rentner:innen bezogen wird, lag dabei sogar nur bei etwa 727 Euro pro Monat. Das entspricht in etwa dem Bürgergeldniveau, also einem sehr spärlichen Existenzminimum, das die Bezeichnung „Rente” eigentlich nicht verdient.

    Deutlich niedrigere Renten für Frauen

    Besonders gravierend ist an den Zahlen auch der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Die durchschnittliche Rente für Frauen, die 2023 in Rente gegangen sind, beträgt nur 937 Euro pro Monat. Dabei machen Frauen etwas mehr als die Hälfte aller Neurentner:innen aus. Unter den Frauen, die nur die Regelaltersrente erhalten, liegt der Betrag bei im Schnitt 629 Euro pro Monat. Diese regelrechte Hungerrente erhalten 214.653 neue Rentnerinnen.

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    Diese Zahlen sind in doppelter Hinsicht alarmierend: Zum einen steigt die Zahl der Neurentner:innen von Jahr zu Jahr an. Zum Anderen zeigen die aktuellen Zahlen, dass es auch einen Trend zum Sinken der Rentenbeiträge gibt. Schon für das Jahr 2022 gab es bei Neurentner:innen einen Einbruch. Es zeigt sich, dass in einer zunehmend alternden Gesellschaft unter den Bedingungen der verschärften Krise des Kapitalismus ein würdiger Lebensabend für die arbeitenden Bevölkerung keine Selbstverständlichkeit ist.

    Für immer mehr Rentner:innen bedeuten diese Umstände, dass noch bis ins hohe Alter neben der Rente gearbeitet wird, oder man eben Pfandflaschen sammeln muss. Der starke geschlechtsspezifische Unterschied bei den Rentenbeiträgen von bis zu 28 Prozent belegt zudem, dass bei all dem Gerede über Gleichstellung die Überausbeutung von Frauen fester Bestandteil des kapitalistischen Systems bleibt.

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